
In dieser Folge sprechen Julia und Nina über Erwartungen in Beziehungen und die Frage, welche Wünsche und Bedürfnisse eine Partnerschaft prägen. Es geht um Liebe, Loyalität, emotionale Unterstützung und darum, wann Erwartungen bereichernd sind – und wann sie zur Herausforderung werden können. Gemeinsam teilen sie persönliche Gedanken zu Kommunikation, Vertrauen und den emotionalen Themen, die viele Menschen beschäftigen.
Darum geht es in dieser Folge
- welche Erwartungen wir an Liebe, Loyalität und emotionale Unterstützung haben
- warum Kommunikation und gegenseitiges Verständnis in Beziehungen so wichtig sind
- welche Rolle Vertrauen, Nähe und emotionale Reife im Alltag spielen
- wann Erwartungen bereichernd sind – und wann sie zur Herausforderung werden können
Transkript dieser Folge
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Herzlich willkommen zum twintalk, unsere zweite Folge in unserem neuen Look, in unserem neuen Studio. Nicht nur Look, ist ein ganzes Studio. Ja, Wahnsinn. Echt, ich fühle mich sehr, sehr wohl hier und ähm schön, dass ihr wieder dabei seid. Unser Thema heute, was erwarte ich von einer Beziehung? Hat sich das vielleicht sogar in den letzten Jahren verändert? Unsere Erwartungen an eine Beziehung, darüber würden wir gerne sprechen, Julia, da sind wir uns ja auch nicht immer hundertprozentig einer Meinung, nicht immer. Also, ich sag so, grundsätzlich sind wir uns da schon ähnlich, aber so manche Nuancen sehen wir ein bisschen anders. Bei den Basics würde ich sagen, sind wir uns sehr ähnlich.
Da erwarten wir quasi das gleiche oder erwarten jetzt mal ein blödes Wort, haben die gleichen Wünsche an einer Beziehung, aber ich würde sagen, unsere Sprache der Liebe ist eine andere. Das ist auch so ein interessantes Thema mit der Sprache der Liebe. Deine Sprache der Liebe ist ähm Geschenke. Geschenke. Das war jetzt wollte jetzt umschreiben. Ich wollte es umschreiben. Da gesagt, kann man nicht umschreiben. Julia, ich habe das Buch gelesen mit meinem Partner zusammen und man kann nichts dafür. Brauchst dich gar nicht schäben. Du musst gar nicht rot werden, kannst wieder abkühlen. Ja, du kannst da nichts für. Ja, das ist einfach nur mal so hat dein System gelernt, sich geliebt zu fühlen. Es ist einfach so. Nur, das ist eine Sprache, das ist deine Sprache der liebe eine Sprache, deine Hauptsprache, jeder und Zeit jeder und Zeit. Okay, jeder hat ja so eine Hauptsprache.
Meine Hauptsprache übrigens ist, also wenn mir jemand, es klingt jetzt ein bisschen komisch, ich weiß, Hilfe anbietet, Unterstützung, dass jemand mir wirklich das Gefühl gibt, du ich bin für dich da, wenn du hier irgendein Thema hast und ich helfe dir gerne, ne? Überleg doch, machst mal so oder so, ne? Aber auch die nächste Sprache der Liebe ist dann tatsächlich Körperlichkeit. Also, das ist mir schon auch sehr, sehr wichtig, dass jemand auch sehr körperlich ist. Ja, aber unser Thema ist nicht Sprache der Liebe, ja, sondern unser Thema ist eben was erwarte ich von einer Beziehung, ja, und auch die Frage, inwiefern hat sich das verändert, was ich von einer Beziehung erwarte? Also, ich kann für mich schon mal sagen, früher war es eher so und ich glaube, das geht dem einen oder anderen ähnlich. Da hat man einfach gedacht, ah, ich hoffe, dass mir irgendwann der perfekte Partner begegnet.
Für mich muss es doch irgendwo da draußen den perfekten Partner geben und dann wird alles gut. Und ähm umso älter man wird, umso eher kommt man dann einfach eben zu dem Entschluss, dass das nicht unbedingt der Fall ist, ja, sondern dass es viel eher darum geht, selbst erstmal beziehungsfähig zu sein, zu werden, wenn man es noch nicht ist. die meisten für die meisten ist das ein Weg und aber auch erstmal jemanden zu finden, der in eine Beziehung mit dir gehen möchte und bereit ist sich zu reflektieren. Ganz genau. Da sind wir nämlich bei dem ersten Punkt, der sehr, sehr wichtig ist und den man definitiv erwarten sollte in einer Beziehung, nämlich Selbstreflektion, dass man wirklich jemanden kennenlernt, der sich selbst reflektiert, ja, und der ähm quasi sich wirklich kennt und weiß, welche Themen er hat und im Bestfall gut mit diesen Themen umgeht auch in einer Beziehung.
Aber um jetzt noch mal einen Schritt nach vorne zu gehen, das gleiche muss man natürlich selbst für sich schon erledigt haben. Ja, bevor man sich dann so einen Partner wünscht. Also das Beste ist, dass man sehr aufgeräumt und selbst auch sehr selbstreflektierend in diese Beziehung reingeht, seine eigenen Themen kennt und weiß, okay, da habe ich meine Triggerpunkte und da und ich weiß aber damit umzugehen und übernehme auch die Verantwortung dafür. Also ich lade das nicht beim anderen ab oder ich sage auch nicht, der andere muss schauen, achtung, achtung, ich habe hier meine Triggerpunkte und das werde ich ihm noch erklären und das soll er nicht und das und ich zeig ihm, wie er die umschifft und ich zeig ihm, wie er am besten dafür sorgt, dass ich nicht ausflippe.
Das ist ein sehr sehr schlechter Weg, sondern man sollte so an sich gearbeitet haben, dass man weiß, okay, in einer Beziehung wird man immer getriggert. Das ist die Aufgabe einer Beziehung. Das ist die Aufgabe einer Beziehung und es ist nicht die Aufgabe eines Partners darauf zu achten, dann dich nicht zu triggern, sondern es deine eigene Verantwortung zu sagen, wenn ich mich getriggert fühle, gehe ich in einen inneren Prozess und frage mich, warum fühle ich mich jetzt getriggert und versuche damit erwachsen und mit einer Eigenverantwortung umzugehen. Genau. Absolut. Verantwortung ist neben Selbstreflektion auch ein Punkt, den ich von einer Beziehung erwarte, dass jemand wirklich Verantwortung für sein Verhalten und auch für sein Handeln übernimmt. Ja, dass er nicht ständig irgendwie anderen die Schuld für irgendetwas gibt oder schlimmstenfalls sogar dem Partner.
Ja, das ist dann ein wirklich sehr verantwortungsloses und auch ähm nicht reflektiertes Verhalten. Also Selbstreflektion, Verantwortung ist extrem wichtig. Aber was ich auch noch mal sagen wollte, was auch eben wichtig ist, du musst deine Hausaufgaben gemacht haben und das klingt immer so banal und ja, ich mache meine Hausaufgaben schon und so, aber ich bin der festen Überzeugung und das ist auch meine Lebenserfahrung. Erst wenn du deine Hausaufgaben gemacht hast, wenn du dich zu einem beziehungsfähigen Menschen entwickelt hast, erst dann kannst du auch einen selbstreflektierten beziehungsfähigen Partner überhaupt anziehen. Es ist keine Anziehung möglich mit jemanden, der beziehungsfähig ist, wenn du selbst deine Themen für dich nicht bearbeitet hast. Und wenn man das mal verstanden hat, dann ist man, glaube ich, einen großen Schritt weiter.
Ähm, ich glaube, man muss so ein paar Lebensjahre ähm Erfahrung gesammelt haben. Ich glaube, es geht nicht anders. Aber manchmal denke ich mir so, ach, das hätte ich gerne schon mal vor 10 Jahren verstanden. Das dauert einfach ein paar Jahre. Ja, aber das sind zwei ganz wichtige Punkte. Ja, was erwarten wir von einer Beziehung? Das ist Selbstreflektion, das ist Verantwortung. Vor allen Dingen ist das Reflexion statt Projektion. Also, man sollte nicht seine Probleme projizieren auf den Partner, sondern man sollte sich selbst reflektieren. Das ist eine sehr erwachsene, sehr beziehungsfähige Haltung. Nächster Punkt, den du gerade ansprichst, emotionale Reife. Ganz ganz wichtiger Punkt. Wenn du die nicht hast, dann bist du ja nur in der Projektion. Ja, du reflektierst dich selbst nicht und dein Verhalten, sondern du projizierst nur auf andere.
Ja, kannst du mal ein Beispiel für eine Projektion nennen? Nee, ich mache das ja nicht. Na ja, wenn man z.B. weiß, dass man oft schlecht drauf ist, ja, z.B., und du fängst dann z.B. ganz ähm ja unreflektiert und emotional unreif an, den Partner dafür die Schuld zu geben. Z.B. Okay, das passiert, wenn ich ganz ehrlich bin, mindestens einmal Monat bei mir, da habe ich nämlich PMS. Ja, gut. PMS ist natürlich jetzt ein ganz eigenes Thema. Die Frau ist ein zyklisches Wesen und ihr Frauen, wir Frauen, wir wissen was das bedeutet. Ja, also es gibt diesen einen Tag im Monat, manchmal zwei, da gilt das nicht. Da ist sind unsere Hormone leider nicht im Gleichgewicht und dann weiß ich halt und entschuldige mich auf jeden Fall am nächsten Tag. Das ist so auf jeden Fall du, das gehört dann auch zur emotionalen Reife des Partners.
Das erwarte ich dann auch wirklich von einem beziehungsfähigen Mann, dass der sich auch so ein bisschen mit der Frau auseinandergesetzt hat, ja, und eben weiß, dass wir zyklische Wesen sind und dass es da diesen einen Tag gibt, weil du das jetzt gerade so ansprichst, ob ich ein Beispiel habe für Projektion und ich mache das wirklich exakt genau dann, wenn ich eben PMS habe, postmenstruales Syndrom, also das sind diese ein zwei Tage vor der Periode. Ähm, das Lustige ist, ich bin ja eigentlich ein sehr friedlicher Mensch und dann mache ich das eben genau, ohne es bewusst zu merken. Und jedes Mal denke ich, das hat jetzt nichts mit PMS zu tun und mein Mann merkt das sofort und seine Antwort ist immer gleich: „Guck mal ein Kalender, hast du wieder PMS?“ Und ich denke mir jedes Mal, ich gucke jetzt nicht in Kalender, weil er hat völlig Unrecht.
Ich bin sowas von richtig hier im Thema und das geht gar nicht und heimlich gucke ich Kalender und denke mir, scheiße. Aber sagst du es ihm dann? Du hattest recht. Ich sag nicht. Nein, ich entschuldige mich lieber übermorgen dann. Oh, das ist einfach gemeint. Ich sag dir eins, es ist ja nicht nur dein Mann, wir telefonieren ja auch viel und sehen uns auch viel und manchmal merke ich das sofort, ne, direkt beim Telefonat mal: „Was ist denn eigentlich los mit dir? Hast du PMS?“ Ja und wenn wir dann merken, oh ja, PMS, dann sagen wir, du, wir hören uns heute mal ganz wenig. Verhalt dich mal ruhig, versuch mal bitte keinen Schaden anzurichten und versuch einfach wenig zu machen, ja? Wenig zu kommunizieren geht mir nicht anders.
Ja, ich weiß, habe ich PMS und dann versuche ich mich ein ruhig zuhalten, keinen Schaden anzurichten, niemanden zu verletzen, kein Ärgerloszutreten und dann das Verrückte ist ja dann am nächsten Tag wachst du auf und denkst, die Sonne geht auf. Was war denn gestern eigentlich das Problem? Ja, und dann ist immer das allerschlimmste, wenn du dann so unreflektiert an deinem PMStag warst, dass du irgendwie so viel Ärger hast, dass du eigentlich, wenn es dir wieder gut geht, dann jetzt erstmal Ordnung schaffen musst wieder, ne, wegen gestern. Das ist der Horror. Ja, das ist der absolut, aber PMS ist nicht unser Thema, aber ist natürlich, also PMS muss man einfach mal so sagen, ist einfach der Horror. Man macht wacht morgens auf und denkt einfach, die Welt geht runter. Ja, es ist einfach alles zu Ende.
Ja, warte eben in einer Beziehung, dass ein Mann eben dann auch ja eben emotional reif mit diesem Thema umgeht. Ich kam jetzt nur drauf, du wolltest von mir ein persönliches Beispiel haben und mir passiert das eben dann einmal oder zweimal im Monat, wenn ich PMS habe, dann handel ich so unreflektiert. Ja, entschuldige mich aber am nächsten Tag. Ich versuche daran zu arbeiten. Das ist ein working Prozess. Funktioniert noch nicht so gut. Ja, aber du arbeitest dran. Das aber das Wichtige, das gehört für mich auch zur Selbstreflektion ist eben, man kann Fehler machen und man kann auch mal schlecht drauf sein, aber dann sollte man die volle Verantwortung dafür übernehmen und sich auch entschuldigen. Ja, aber Jul, da möchte ich dir noch einen Hinweis geben.
Also, wenn dein Mann dann sagt, du fährst ihn irgendwie an und er merkt, irgendwie bist du kratzbürstig und er sagt, dann kann es sein, dass du PMS hast und dann sagst du nein und sagst es ihm erst zwei Tage später, das finde ich nicht gut. Ja, daran kann ich noch arbeiten. Du könntest dann schon sagen, oder hast du recht, das Problem? Ich fühle mich halt immer noch so im Recht. Ja. Ja, das ist denk mir, okay, ich habe jetzt PMS, aber dieses Thema hat damit nichts zu tun. Dein Mann hat aber auch recht. Du hast ja PMS, da musst du auch ehrlich sein in aller Konsequenz. Aber immer besser. Jetzt haben wir schon mal drei Erwartungen an Beziehung. Ja, das ist Selbstreflektion, das ist Verantwortung übernehmen, das ist emotionale Reife. Und jetzt kommt für mich auch noch ein vierter Punkt hinzu, nämlich keine Erwartungen.
Ja, wenn wir jetzt mal die Frage stellen, was erwarte ich von einer Beziehung? Bitte nicht, bitte nichts. Klingt ein bisschen hart. Ja, also man kann natürlich seine Selbstansprüche an sich haben, ne? Ich möchte einen selbstreflektierten Partner, ich möchte jemanden, der Verantwortung übernimmt, ich möchte jemanden, der emotional reif ist, ja, der beziehungsfähig ist, der beziehungsfähig ist. Das sind alles Ansprüche. Ja, aber Erwartungen und da kommen wir zu der nächsten Erwartung. Man sollte eigentlich keine Erwartung haben und ich möchte eben auch, ich habe eben die Erwartung an eine Beziehung einen Partner zu haben, der keine Erwartungen an mich hat. Ja, weil dieses Erwartungen haben gegenseitig, das macht keinen Sinn. Ja, das wir sind nicht hier in einer Beziehung, um gegenseitig unsere Erwartung zu erfüllen.
Also, wenn ich irgendwelche Erwartungen habe, dann ist das meine Aufgabe, die selbst zu erfüllen. Das ist aber nicht die Aufgabe des Partners, ja? sondern ich glaube, man kommt dann viel eher zu dem Schluss, dass man das so ein bisschen insofern drehen sollte, dass man sagt, okay, ich habe nicht die und die Erwartung an meinen Partner, sondern wenn ich das Glück habe, selbst beziehungsfähig zu sein, dadurch dann einen Partner in mein Leben gezogen habe, der auch beziehungsfähig ist, dann funktioniert’s nämlich eher so, dass du sagst, ich überlege mal, was kann ich in die Beziehung einbringen? Und dann überlegt der selbstreflektierte beziehungsfähige Partner nämlich auch, was kann ich in die Beziehung einbringen?
Und dann auf einmal geht das Beziehungsleben los und dann macht eine Beziehung richtig Spaß und dann ist eine Beziehung ein Ort, in dem sich zwei Menschen, die grundsätzlich auch ohne Beziehung zufrieden wären, sich trotzdem fürinander entscheiden, für diese Beziehung entscheiden, dafür entscheiden, das Leben miteinander zu verbringen und sich dadurch einfach ganz andere Möglichkeiten gegenseitig eröffnen, ganz neue Lebensperspek als ohne Beziehung. Ja, weil eine Beziehung soll deine Situation nicht enger machen, sondern die soll dich eher weiterfühlen lassen. Die sollen deine Möglichkeiten erweitern, deine Möglichkeiten, Horizont absolut und auch deine Weiterentwicklungsmöglichkeiten.
Ja, und ich glaube, das funktioniert eben nur, wenn du einen beziehungsfähigen Partner hast, der selbstreflektiert ist, der Verantwortung übernimmt, der emotional reif ist, der keine Erwartungen an dich stellt. Ja, so funktioniert Beziehung und dann ist es eben so, dann ist eigentlich alles möglich, ja, weil dann kannst du über alles reden. Du hast eine offene Kommunikation, du hast einfach eine Basis, die eine sehr gute Basis ist, um einfach gemeinsam eine richtig geile Zeit zu haben.
Ja, weil wenn ich das manchmal höre, oh, meine Freundin eng mich so ein oder mein Partner eng mich so ein, dann könnte man schon mal die Überlegung anstellen, ob diese Beziehung so der richtige Ort ist, um sich im Leben gemeinsam weiterzuentwickeln und und wirklich das Beste auch zu machen, weil am Ende des Tages sollte es in einer Beziehung auch immer so sein, dass sich beide Seiten eigentlich jeden Tag aufs Neue bewusst dazu entscheiden, Ich möchte Teil deines Lebens sein, weil ich entscheide mich ja nicht nur für einen Partner, der einen gewissen Charakter hat, der einen gewissen Wesenskern hat.
Ich entscheide mich auch für das dazugehörige Leben und deshalb ist es immer auch eine Entscheidung, möchte ich dieses Leben mit ihm leben, interessiere ich mich für sein Leben und dann Best Case und das sollte so sein und das ist für mich Grundvoraussetzung für eine Beziehung, interessiert sich auch er für mein Leben? Ist da ein echtes Interesse? Ist er auch bereit, sich in mein Leben zu integrieren? Und im Endeffekt sollte es immer so sein, dass du weißt, wir beide sehen das als ganz großes Privileg, im Leben des anderen sein zu dürfen. Der Partner ist das einzige Familienmitglied, dass du dir aussuchen kannst. Und ich glaube, das fasst es sehr gut zusammen. Wähle weise. Alle anderen Familienmitglieder kriegst du serviert. Ob du willst oder nicht, den Partner suchst du dir bewusst aus.
Deswegen mach es bewusst und such dir einen, der eben selbstreflektiert ist, der beziehungsfähig ist und der dich wachsen lässt. Julia, ich glaube, ich möchte gar nicht widersprechen, aber ich glaube nicht, dass man ihn suchen sollte, sondern man sollte wirklich seine Hausaufgaben gemacht haben. Man sollte selbst sagen, ich bin beziehungsfähig, ich habe meine Themen bearbeitet, ich habe mich selbst reflektiert, ich kenne meine Triggerpunkte, ich bin bereit weiterhin an mir zu arbeiten. Wenn du selber für dich sagen kannst, ich bin beziehungsfähig, so verstehe ich das Leben, dann führt kein Weg daran vorbei, dass du automatisch jemanden in dein Leben ziehst, der auch beziehungsfähig ist. Okay, mit der These gehe ich nichtord, sorry, weil das heißt ja, dass alle Frauen, die Single sind und eigentlich gerne ein Partner hätten, noch nicht genug an sich gearbeitet haben.
Das sehe ich nicht so. Es kann auch sein, dass du beziehungsfähig bist. Ich kenne ganz viele tolle Frauen auch in unserem Umfeld, die sind beziehungsfähig, die haben sowas von an sich gearbeitet und die finden nicht den richtigen Mann. Das heißt nicht, dass du definitiv den richtigen Mann anziehst, das oder es kann sehr lange dauern, da gehört Timing, Glück und was weiß ich noch alles dazu. Ja, okay. Julia, ohne da jetzt konkret zu werden, wenn ich jetzt so an unser Umfeld denke, sicherlich ist da auch die eine oder andere Dame Single, die beziehungsfähig ist und keinen Partner hat, aber da ist auch nicht eine. Das ist nämlich der nächste Punkt, die sehr sehr sehr sehr sehr lange schon Single ist von denen, die beziehungsfähig sind.
Ja, die biegen dann vorher links oder rechts ab und sagen, mit dem probiere ich es, weil sie eben ihre ja Erwartungen, aber es sollen ja keine Erwartungen sein, sondern Ansprüche dann vielleicht doch nicht ganz so erfüllt sehen und sich trotzdem auf die Beziehung einlassen, weil sie nicht mehr alleine sein wollen. Und das darfst du, glaube ich, eben nicht tun. Du darfst keine Kompromisse machen. Du musst wirklich dir dann auch sicher sein, dass diese Erwartungen, die du an eine Beziehung hast, nicht an den Partner, sondern an die Beziehung selbst, dass die auch erfüllt sind. Und ich sehe in unserem Bekanntenkreis, ohne da jetzt konkret werden zu wollen, niemanden, der schon sehr lange Single ist, aber auch schon sehr lange beziehungsfähig ist. Das sehe ich nicht. Also ich, meine Theorie ist die natürlich gehört immer im Leben in Quchen Glück dazu.
Meine Theorie ist trotzdem die und so verstehe ich das Leben, wenn du wirklich beziehungsfähig bist und wirklich an deinen Triggerpunkten gearbeitet hast, an deinen Themen generell an deinem Päckchen gearbeitet hast und da nicht ein Sack voller Probleme mitbringst, dann ziehst du früher oder später ziehst du einen beziehungsfähigen passenden und Partner in dein Leben. So verstehe ich das Leben. Das ist die Energie des Lebens. So funktioniert das Leben. Das glaube ich eben schon. Ja, und ganz wichtig, was ich wirklich auch den Tipp nicht, dass ich jetzt Beziehungsexpertin bin, aber ich habe auch meine Erfahrung gemacht, das würde ich dir nicht zusprechen. Ja, aber du bist ja auch keine Beziehungsexpertin. Wir machen uns viele Gedanken darüber. Wir reden über unsere Erfahrung. Das kann auch alles für andere falsch sein. Das sind unsere Lebenserfahrung. Unsere Lebenserfahrung. Genau.
Und ähm ich finde einfach, wir hätten das schon viel eher wissen müssen, dass dieses Kompromisse machen, vorher links oder rechts abbiegen, da zahlt man einen hohen Preis, weil man sehr viel Zeit verschwendet und man sollte wirklich sich vorher bewusst machen, was erwarte ich von einer Beziehung und von diesen Gedanken und von diesen ja ähm Ansprüchen auch nicht runtergehen. Du darfst davon nicht runtergehen, weil es funktioniert einfach nicht. Es funktioniert nicht. Lassen wir es mal unter Lebenserfahrung wirklich buchen, ne? Das ist Lebenserfahrung. Was würdest du sagen, Julia? Wie merkt man am ersten, ich bin in einer Beziehung mit einem beziehungsfähigen Partner, der zu mir passt? Wie merke ich das? Du merkst es schon beim Kennenlernen ist meine Lebenserfahrung. Das Kennenlernen läuft schon ohne viel Drama und ohne viel Ärger ab. Es läuft relativ langweilig ab.
Es fühlt sich alles gut an. Du fühlst dich wohl in der Gegenwart des Partners oder des jenigen, den du gerade kennenlernst. Aber es ist nicht total aufregend. Du hast keine mega Schmetterlinge im Bauch, zumal wir mittlerweile wissen, dass Schmetterlinge ein Warnsignal sind. Schmetterlinge. Wir denken, wir sind aufgeregt und haben Schmetterlinge im Bauch, aber dabei spielt unser Nervensystem verrückt, ne? Es ist Stresspur für den Körper. Es wird durch Filme und durch so viele Dinge als was Positives dargestellt. Es ist völlig ein Warnsignal des Körpers. Hier bitte Abstand nehmen, das gibt Probleme. Ja, das ist dieses sogenannte Bauchgefühl und dann haben wir sogar Schmetterlinge im Bauch. Ja, guck mal, wie wir das romantisieren, ja, diesen diesen unangenehmen Zustand, dass unser Körper eigentlich gestresst ist, dass unser System gestresst ist.
Und dann definieren wir das als als Schmetterlinge, ne? Und genauso ist es so, wenn wir Liebesfilme so überromantisieren, oft ist das gar nicht Romantik, was wir da sehen, sondern ist ein ganz toxisches Verhalten. Genau. Es ist viel viel Drama, weil es ist sehr unterhaltsam. Dann will der Mann nicht, dann will die Frau ihn aber davon überzeugen, dass sie doch eine gute Frau ist und dann lernt der Mann eine andere kennen und die Frau bleibt aber trotzdem dran. Das sind eigentlich alles toxische Dinge, wo es sehr viele Punkte gibt, wo man schon Abstand nehmen sollte. Das heißt, weil du mich fragst, woran erkenne ich, ob ich in einer guten Beziehung bin, dein ganzes Nervensystem beruhigt sich. Wenn du mit den Menschen zusammen bist, bist du eher ruhig, manchmal auch müde, machst gerne ruhigere Sachen, legst dich auch gerne hin aufs Sofa. schläfst mal gerne eine Runde.
Das sind für mich gute und positive Zeichen, dass mein Nervensystem sich in der Gegenwart eben beruhigt und nicht im Alarmzustand ist und eher entspanne. Ja. Und dass ich auch alles in meinem Kopf eher verlangsamt und einfach ja richtig beruhigt und vielleicht auch alles insgesamt so ein bisschen langsamer wird. Ja, ich würde fast soweit gehen zu sagen, wenn man sich vorstellt, dass die eigene Beziehung verfilmt wird, wenn du denkst, ey, das wäre ein geiler Film, das wäre richtig spannend, weiß ich nicht, ob das unbedingt die beste Beziehung ist. Ich glaube, wenn du denkst, oh, meine Beziehung und ein Film, das könnte ja doch eher ein etwas langweiliger Film werden, weil es einfach oft auch langweilig klingt, so negativ, aber auf jeden Fall nicht so unterhaltsam ist, weil es sich einfach so geborgen anfühlt, so schön anfühlt, so entspannt anfühlt.
Ich glaube, dann ist es richtig, dann ist es einfach richtig und das müssen wir lernen. Und das kannst du eben erst so richtig in der Tiefe verstehen, wenn du vielleicht das ein oder andere mal auch eine andere Beziehung, so eine Dramabeziehung oder vielleicht auch eine toxische Beziehung hinter dir hast, um dann eine Beziehung, die wirklich gut funktioniert und die wirklich auch eine Beziehung im eigentlichen Sinne ist, dass man sich gegenseitig gut tut, schätzen zu wissen. Absolut. Sonst kannst du sie gar nicht schätzen. Und deswegen ist einfach die wichtigste Frage nicht, welche Erwartungen habe ich an eine Beziehung, sondern die wichtigste Frage ist, kann ich ich selbst sein und in der Beziehung wachsen? Das ist das ist für mich mit die entscheidendste Frage. Kann ich mich in der Beziehung weiterentwickeln und dabei ich selbst sein?
Ganz wichtig, nicht verstellen man selbst sein kann ich mich entfalten, wird mein Horizont erweitert, ne? Das Schlimmste ist natürlich, wenn eine Partnerschaft dein Horizont einengt. Das ist natürlich Horrorvorstellung. Ja, also ganz ganz wichtig gegenseitig den Horizont erweitern, das Gefühl haben, dadurch, dass wir beide zusammen sind und wir beide uns dafür entschieden haben, gemeinsam durchs Leben zu gehen. Ich habe mich entschieden, Teil deines Lebens zu sein. Du hast dich entschieden, Teil meines Lebens zu sein. Und dadurch kriegen wir so viel mehr Möglichkeiten als vorher. Ich glaube, das ist ein ganz gutes Zeichen. Das denke ich auch. Also, ich fand die Frage sehr, sehr, sehr spannend.
Ja, ich ähm würde abschließend einfach noch mal sagen, dass ich der Meinung bin, dass wenn wir selbst an unserer Beziehungsfähigkeit gearbeitet haben und uns weiterhin auch immer, man ist ja nie angekommen, auf den Weg machen, beziehungsfähig zu bleiben, dann begegnen wir auch Menschen, die auch beziehungsfähig sind und dann machen Beziehungen einfach richtig viel Spaß, weil es gibt einfach nichts Schöneres als in einer schönen harmonischen Liebe. vollen Beziehung zu sein. So ist das und genau das wünschen wir euch auch. Oh ja. Ja, ich glaube wir sind am Ende, Nina. Ich glaube, wir sind am Ende, du hast genug geredet unserer zweiten twintalk Folge.
Ich hoffe sehr, dass wir euch so mit unserer einen oder anderen Erfahrung irgendwie so einen gewissen Input geben könnten konnten und dass ihr vielleicht auch den einen oder anderen Gedankenanstoß habt, so ah, da haben die beiden recht, da denke ich mal drüber nach oder vielleicht sollte ich da oder darauf achten. Das wird mich sehr freuen. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Vielleicht habt ihr euch auch einfach gut unterhalten gefühlt. Falls ihr einen Themenwunsch habt, falls ihr Anregung habt, falls ihr uns irgendwas hinterlassen wollt, schreibt uns das gerne in die Kommentare. Wir freuen uns auf den nächsten twintalk mit euch und bis ganz ganz bald. Alles Liebe und alles Gute. Tschüss.
