twintalk podcast logo

Wie hat Julias Ehe unsere Zwillingsbeziehung verändert?

Julia und Nina Meise sprechen im Podcast twintalk über Ehe und ihre Zwillingsbeziehung.

In dieser Folge sprechen Julia und Nina darüber, wie sich ihre Beziehung als Zwillinge durch Julias Hochzeit verändert hat. Sie erzählen, warum dieselben Veränderungen oft unterschiedlich erlebt werden und welche Bedeutung die Ehe für sie hat.

Darum geht es in dieser Folge

  • wie verändert eine Ehe die Beziehung zwischen eineiigen Zwillingen?
  • warum erleben Geschwister dieselbe Situation unterschiedlich?
  • welche Rolle spielt die Ehe in der zweiten Lebenshälfte?
  • was bleibt – und was verändert sich?

Transkript dieser Folge

Hinweis: Dieses Transkript wurde automatisch erstellt und zur besseren Lesbarkeit leicht überarbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung können einzelne Fehler enthalten sein.

Herzlich willkommen zum twintalk, ihr Lieben. Heute unser Thema: Inwiefern hat die Ehe unsere Zwillingsbeziehung verändert? Oder steckt da viel mehr eine größere Frage dahinter? Was passiert, wenn plötzlich nicht mehr die Schwester der wichtigste Mensch im Leben ist? Also, ich kann euch schon mal so viel verraten, es passiert sehr, sehr viel. Aber fangen wir erstmal an, Julia. Warum ist da eigentlich so ein Unterschied in unserer Zwillingsbeziehung oder generell inzwischenmenschlichen Beziehungen, ob da jetzt eine Beziehung gelebt wird oder eine Ehe? Ist es nicht das gleiche? Das ist eine sehr interessante Frage. Ähm, ich glaube, das empfindet jeder anders. Ist eine Beziehung das gleiche wie eine Ehe? Ich würde sagen, nein. Eine Ehe ist etwas ernsthafter, wie ich finde, und ähm lebt hebt quasi die Beziehung auf ein anderes Level. So sehe ich das.

Ich kann aber auch jeden anderen verstehen, der das anders sieht und sagt: „Ja, Liebe ist Liebe, dafür brauche ich ja kein äh Vertrag oder dafür brauche ich kein Trauschein.“ Das kann ich total verstehen. Ich sehe es aber anders. Also, du weißt ja, mir ist Ehe immer wichtig gewesen. Ich wollte immer heiraten. Mir war das immer sehr wichtig. Äh trotzdem natürlich nur den richtigen. Also, ich war jetzt nicht so Deshalb hat auch so lang gedauert, also weil Ehe war dir schon immer wichtig. Du wolltest schon immer heiraten, aber trotzdem hast du erst relativ spät geheiratet. Richtig? Weil ich habe mir gedacht, ich will wirklich nur einmal heiraten, weil das für mich sowas besonderes ist und das macht man eigentlich, wie ich finde, auch wirklich nur einmal oder sollte zumindest echt das Ziel sein. Und deswegen habe ich mir auch bewusst mehr Zeit gelassen.

Natürlich glaube ich ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass wenn man sich im fortgeschrittenen Alter für den Ehemann oder für die Ehefrau entscheidet, die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass das passt, als wenn ich mich mit 25, mit 30, wo ich vielleicht noch nicht ganz genauso weiß, wo mit mir persönlich meine Reise hingeht, wo ich mich noch hin entwickle. Ähm, da ist die Wahrscheinlichkeit einfach im gehobenen oder fortgeschrittenen Alter höher, dass das hält. Da bin ich ganz bei dir und ich gebe dir auch recht. Für mich ist es auch immer so ein bisschen komisch, wenn dann jemand, sorry, aber es ist einfach ein bisschen komisch für mich, wenn dann jemand ein zweites oder ein drittes Mal heiratet. Ja.

Ja, kann passieren, aber irgendwie die Vorstellung, ey, der stand vor 6 Jahren schon mal mit einer anderen hier vorm Standesamt und hat unterschrieben, dass er das Leben mit ihr verbringen will und jetzt 6, 7, 8 Jahre später wieder mit einer anderen und dann machen das manche auch noch ein drittes Mal. Ja, irgendwann wird’s dann auch ein bisschen absurd, muss man ganz ehrlich sagen, aber bleiben wir mal, aber das zeigt mir auch, dass jeder vielleicht auch die Ehe ein bisschen anders sieht. Für mich ist es wirklich was sehr ernsthaftes, ja, wo ich wirklich mir das genau überlege. Ja. Ähm, aber ich ich würde niemanden verurteilen, der sagt: „Du, ich heirate sogar gerne. Ich habe ein Fest mit allen Freunden, warum nicht zwei oder dreimal?“ Die Liebe feiern, die Liebe feiern, die Freunde zusammenbringen. Gibt schlimmeres, ne?

Von daher jeder sieht das so ein bisschen anders, aber ich kann ja nur davon sprechen, wie ich das sehe. Und für mich ist das eine sehr ernsthafte Sache und deswegen auch so schön. Ich bin ja da sehr ernsthaft unterwegs und deswegen ist mir das eben so wichtig. Ich bin da spießig, ich weiß das. Du bist ein bisschen spießig, aber das ist ja okay. Du stehst ja auch dazu. Ist ja auch gar nicht unbedingt was Negatives irgendwie so ein bisschen konservativ und spießig zu sein. Hat ja auch viele Vorteile, ne? Also kann man ja nicht anders sagen. Ist ja auch hier und da ein schöner Lifestyle. Wobei Julia spießig und konservativ, ja, spießig bist du eigentlich nicht. Also das ist glaube ich das falsche Wort für euren Lifestyle, sondern eher so ein bisschen konservativer, ne?

Aber aber schön konservativ, wie ich auch finde, obwohl ich nicht ganz so konservativ bin, finde ich ihn trotzdem schön und sehr stylisch und schön anzuschauen. Muss ich ganz ehrlich sagen, was für mich einen entscheidenden Unterschied zwischen einer Beziehung und einer Ehe macht, ist ja, dass du dich bei einer Ehe bewusst und hoffentlich zum ersten und letzten Mal für ein neues Familienmitglied entscheidest, was du so ja eigentlich nicht machst, ne? Familie suchst du dir nicht aus, da gibt’s diesen Spruch, ne? Immer wenn es Ärger gibt, denkt man sich den: „Ja, tja, Familie sucht man sich nicht aus.“ Das ist auch so, das einzige Familienmitglied, dass man sich wirklich bewusst aussucht, ist der Ehemann oder die Ehefrau. Und das macht es eben so anders als eine uneheliche Beziehung, ja, wie auch immer. Also eine Beziehung ohne Trauschein, sagen wir es mal so.

Ja, also für mich, für die jetzt heiraten nicht so wichtig ist wie für dich, also ich finde Heiraten auch schön, aber es ist für mich kein absolutes Muss. Ja. Ähm ich muss nicht unbedingt heiraten, aber wäre schon schön, aber wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Ähm und wenn ja, logischerweise sowieso wird’s bei mir auch später als gedacht und geplant und üblich. Ja, das können wir jetzt schon verraten. Das so viel kann ich jetzt schon verraten. Das ist kein Geheimnis. Ja, aber auch hier ähm Ja, vielleicht vielleicht hält’s dann. Ja. Ich ich hoffe, also ich trete auf jeden Fall auch wirklich dann mit dem Wunsch an, dass das dann wirklich der Lebenspartner bis zum Ende des Lebens sein sollte, wobei es auch keine Katastrophe ist, wenn es nicht so ist. Ich meine, das ist ja das Schöne, dass wir eben in Freiheit leben können und dass wir auch uns immer wieder neu entscheiden können.

Und wenn beide vor dem Alter standen und sagten, das ist mein tiefster innerer Wunsch mit diesem Menschen zum jetzigen Zeitpunkt mein Leben zu verbringen, dann ist eine Hochzeit auch wirklich das Schönste, was es gibt. Wir wollen das gar nicht verurteilen. Trotzdem ist immer ein bisschen lustig, wenn jemand das halt dreimal macht. Aber why not? Kurbelt die Wirtschaft an. Die Freunde kommen zusammen, die Liebe wird zelebriert. Ähm ja, äh wie hat äh ein Bekannter von uns immer gesagt, leben und leben lassen, ne? Da das können wir uns auch mal gut hinter die Ohren schreiben. Ja, also das macht eben schon einen Unterschied, ob normale Beziehung oder Ehe. Aber Jul, was würdest du sagen, was hat deine Ehe in unserer Beziehung verändert? Was hast du so direkt als Veränderung gespürt?

Die größte Veränderung war, dass da ein Mensch in mein Leben gekommen ist, der mir mindestens genauso wichtig ist wie meine Zwillingsschwester. Genau. Mindestens genauso wichtig. Und das bedeutet unter einen eigenen Zwillingen schon sehr, sehr viel. Und das verändert alles. Das verändert wirklich alles. Ähm, das ist so, dass man dann Platz machen muss in seinem Leben. Tatsächlich räumlich Platz machen muss, aber auch emotional Platz machen muss. Das heißt natürlich nicht, dass ich meine Schwester weniger lieb habe und Gottes Willen überhaupt nicht. Das ist die beste Erkenntnis daran. Man hat ja sehr viel Liebe zu geben, aber man setzt seine Prioritäten anders. Das ist so das größte Learning, was ich dann darausgezogen habe, was am Anfang mir ein schlechtes Gewissen gemacht hat. Ich habe gedacht, oh Gott, das kann ich doch nicht machen.

Ich kann doch nicht weniger Zeit mit meiner Schwester verbringen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie ja gar keinen Partner hat und ich gerade so glücklich bin. Also, da gibt’s komplexe Themen, die dafür gesorgt haben, dass ich oft ein schlechtes Gewissen hatte. Das verstehe ich, weil man muss ja dazu sagen, Julia, vor der Ehe war ja unsere Beziehung an Nummer eins. Ja, alles was zu besprechen war, alles was wichtig war, das haben wir zuerst miteinander gesprochen. Wir waren immer der erste und wichtigste Ansprechpartner und das hat sich natürlich mit der Ehe geändert, nicht zuletzt auch deshalb, weil du natürlich auch sehr viel mehr Zeit jetzt mit deinem Mann verbringst als mit mir. Also bis zu deiner Eheschließung sage ich, haben wir ja unglaublich viel Zeit miteinander verbracht. Ja, ich will es jetzt nicht in Zahlen fassen. Es war einfach unglaublich viel.

Wir haben unglaublich viele Tage Nächte zusammen verbracht und waren einfach immer zusammen unterwegs und das hat sich mit der Eheschließung schon geändert. nicht nur wirklich dieser quantitative Zeitaspekt, sondern eben auch, dass da jetzt eben ein Mensch ist, der vielleicht sogar wichtiger ist als die Zwillingsschwester. Also, das ist ja doch ein entscheidender Einschnitt in unserer Zwillingsbeziehung gewesen. Hinzu kam hinzu und das möchte ich nicht aussparen, dass das natürlich so war, als du dich verlobt hast, als du geheiratet hast, war ich Single. Das war keine einfache Zeit für mich. Deshalb muss man es tatsächlich so ein bisschen untergliedern. Wie hast du das eigentlich gesehen aus der Sicht der verheirateten Zwillingsschwester? Und wie habe ich das gesehen aus der Sicht der unverheirateten Single Zwillingsschwester?

Das sind natürlich Riesen Diskrepanzen, so wie du es gerade schon angesprochen hast. Ich kann es nur aus meiner Sichtweise natürlich berichten, kann mir deine aber ganz gut vorstellen. Ähm, für mich war es extrem hart, das muss ich einfach so zugeben, weil ich mich plötzlich und ähm wirklich sehr unerwartet für mich wie der einsamste Mensch auf der ganzen Welt gefühlt habe. Ich hab ganz wirklich gesagt, ähm es gibt keinen Menschen, der einsamer ist als ich. Und ähm das konnte auch gar nichts kompensieren. Also keine Freundin konnte das kompensieren, äh meine Mutter nicht, äh mein Vater nicht.

Das konnte niemand kompensieren, diese Beziehung, die auf einmal komplett verändert war, von der ersten Ansprechpartnerin, mit ihr teile ich alles, mit ihr mache ich alles, mit ihr erlebe ich alles gemeinsam zu jetzt ist weg und ich bin alleine, weil da ist in dem Sinne bei mir kein Ersatz, denn ich bin Single. Also, das war hart und da bin ich tatsächlich auch in eine große persönliche Krise gestürzt. kann ich nicht anders sagen, aber im Chinesischen bedeutet das Wort Krise das gleiche wie Chance. Und ähm das sehe ich auch so mittlerweile generell im Leben, dass eine große Krise, egal welche Art, ob sie beruflich ist oder privat ist, immer auch eine große Chance mit sich bringt. Und ähm ja, meine Chance bestand eben darin, jetzt mal mehr den Fokus auf meine Individualität zu legen, zu schauen, was will ich jetzt eigentlich noch mit meinem Leben machen.

Also, so alt bin ich ja noch auch nicht, sehr, sehr viel. Ja, das klingt jetzt ein bisschen als wäre da nur noch ein kleiner Rest. Du sprichst so, als wäre dein Leben zu Ende, als ich gesagt habe, Heirat, so hört sich das an. Das hat sich auch kurzzeitig so angefühlt, gebe ich zu. Ja, aber es hat mir viel mehr Raum, Ruhe und Stille gegeben und muss ich auch ganz sagen, ganz ehrlich sagen, ganz viel Trauer, ganz viel Tränen, ganz viel Verzweiflung, aber eben auch diese Stille, diesen Raum mal zu reflektieren, was mache ich denn jetzt? Und ähm ich habe tatsächlich auch den einen oder anderen Workshop gemacht. Ich habe ein zwei Weekend-Trips ähm Me-Time Weekend-Trips gemacht. Das war auch tatsächlich ganz nett.

Wobei ich zugeben muss, ich hatte das Gespräch auch gerade mit einer Freundin mit diesen Me-Time Trips, also Urlaub alleine sollte man machen, ist eine gute Erfahrung, würde ich auch wieder machen, aber da kommen immer wieder die Gedanken, ich bin jetzt diejenige, die die einzige ist, die hier alleine sitzt. ist leider dann oft so beim Abendessen oder beim Mittagessen, dass du dann schon manchmal so denkst so alle sitzen hier irgendwie mit jemand anderen, aber trotzdem hat es ein Wert und trotzdem will ich das nicht missen. Das ist irgendwie verrückt, aber das ist nicht unser Thema, aber auch ein sehr interessantes Thema mit diesem Verreisen alleine und was bringt dir das und was kommen da so für Gefühle auf. Aber ich habe auch einige Workshops in der Zeit gemacht, als ich mich so einsam gefühlt habe. Z.B. Verbinde dich mit deiner Intuition und ähm all solche Dinge.

Also, ich habe sehr an mir gearbeitet und ähm möchte diese Zeit nicht missen, aber es war ein Jahr, das war sehr herausfordernd, das ähm ja hatte sehr sehr sehr viele trenreiche Tage, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber ähm es hat mich echt irgendwie weitergebracht. Es hat mich weitergebracht, dass ich zu der Erkenntnis gekommen bin, am Ende des Tages ist jeder alleine, auch als Zwilling. Du gehst alleine abends ins Bett mit deinen Gedanken, du stehst alleine morgens mit deinen Gedanken auf und am Ende des Tages ist die Beziehung zu uns selbst auch als eiiger Zwilling die wichtigste Beziehung. Das ist eine ganz wichtige Erkenntnis. kurz einhaken.

Trotzdem hast du dieses Backup und ich bin mir sicher, dass du das immer im Kopf hast, dass du weißt, wenn ich meine Schwester anrufe und ihr sage, mir geht’s wahnsinnig schlecht, bitte komm jetzt vorbei, dass ich alles stehen und liegen lassen würde und vorbeikommen würde. Und ich glaube, das ist ein Unterschied. Vielleicht gibt es Menschen, die das nicht haben und das ist noch mal ein Unterschied, würde ich sagen. Nur dazu kommt ja, dass ich in dieser Krise, in dieser ein Stück weit 13 Minuten, 1 Sekunde war es ja für dich auch eine Identitätskrise, war ja das Problem, dass ich diejenige war, die auf der einen Seite das Problem ausgelöst hat und gleichzeitig das Problem dir gar nicht lösen konnte, sondern ich war eigentlich die falsche Ansprechpartnerin für dich, weil ich konnte dir gar nicht helfen. Nee, so war mein Gefühl.

Ja, aber in so einer Krise kannst du dir auch nur selber helfen. Da kann dir glaube ich niemand anderes helfen. Das sind wirklich so intensive Lebenskrisen, da kannst du dir nicht selber helfen. Da kann dir niemand helfen. Da musst du selbst und alleine durch. Aber ich weiß natürlich, was du meinst. Du warst ja für mich auch in dem Sinne dann nicht mehr als Ansprechpartnerin so richtig da. Ich wollte dich ja da auch nicht mit belasten. Wusste aber auch, du kannst mir nicht helfen. Ich habe gespürt, ich muss da jetzt alleine durch. Ich bin da auch alleine durch. Ich war ja in der Zeit auch relativ schlank. Ich hatte auch wirklich ewig lange kaum Appetit. hatte keine Freude am Essen. Das war so ein bisschen auch wie Liebeskummer hoch zehn.

Ja, also wenn ich das mal so irgendwie mit irgendwas vergleichen, war natürlich kein Liebeskummer in dem Sinne, aber so von den Gefühlen, was man da so durchmacht, diese Trauer, diese Schwere, diese kaum Freude an irgendetwas, ja, das war da schon sehr präsent. Also, wir mussten schon beide etwas loslassen, Julia. Du musstest etwas loslassen, ich musste etwas loslassen, damit diese Ehe überhaupt möglich war. Ja, was musste ich? Ich musste meine Zwillingsschwester loslassen und auch eine gewisse Komfortzone, dass da einfach ja du bist, die immer für mich da ist, die ich immer anrufen kann, mit der ich immer was machen kann, die immer mein erster Ansprechpartner ist, das musste ich alles loslassen. Aber wie ist das mit dem Loslassen? Wenn man dann etwas loslässt, bekommt man auch etwas Neues dazu. Nicht immer direkt, aber doch mit der Zeit. Und was hast du denn dazu bekommen?

Na ja, ich habe mich noch mal ganz anders kennengelernt und bin noch mal mehr auf meine eigenen Bedürfnisse irgendwie mehr eingegangen und habe mir einfach auch viel gegönnt. Sei es, dass ich irgendwie oft alleine gut essen gegangen bin, fand ich sehr angenehm. 15 Minuten, 1 Sekunde Würdest du ja gar nicht machen, hatten wir ja auch schon mal. Damit hast du mich richtig geflasht. Du weißt, wie oft ich alleine essen richtig schön essen war. Alleine richtig schön. Ja. Und ich sag euch, da gibt’s Restaurants, da gehe ich gerne hin, weil wenn dann jemand fragt und sind Sie alleine? Und ich sag dann ja, dann sagen manche so: „Toll, ich habe einen ganz tollen Tisch für sie.“ Und manche sagen, wenn du reinkommst und sagst, du bist alleine, die gucken dich so an und denken so, oh, wir vergeben eigentlich keinen Tisch für jemanden alleine.

Ja, also ähm ja, es ist schwierig, aber es gibt ein paar Restaurants, die sind auch singelfreundlich, aber es gibt auch ein paar Restaurants, die sind nicht singelfreundlich und es ist dann natürlich besonders hart. Ja, also ähm ich habe auf jeden Fall das dazu gewonnen, ja, also, dass ich alleine essen kann, dass ich gut mit mir alleine sein kann. Die Beziehung habe ich zu mir gestärkt. Ich weiß, ich habe mir viel mehr Gedanken darüber gemacht, was kann ich mir eigentlich Gutes tun mir, nicht uns, sondern mir, ne? Ich bin oft zur Teilmassage gegangen. Ich habe es einmal so mit der Teilmassage übertrieben. Das war kann man gar keinem erzählen. Da 16 Minuten, 1 Sekunde muss ich danach Schmerztablett nehmen, weil ich dreimal zu mir gekommen.

Ich war völlig geräert zu dir gekommen, aber nur weil du in der Nähe von der Thai-Massage wohnst mit deinem Mann, aber das war ehrlich gesagt ganz lustig, ne? Ich war dreimal die Woche bei der Thai Sportmassage 90 Minuten. Manchmal übertreibe ich es ein bisschen und dann beim dritten Mal hat es mich so ausgenockt, dass ich wirklich kaum mehr mich bewegen konnte und dann bin ich zu Felix musste mich auf den Teppich legen und erstmal eine Schmerztablette nehmen. Also dreimal Thai-Sportmassage in der Woche viel zu viel kann ich niemand. Einmal pro Woche reicht. Ja, einmal pro Woche reicht. Absolut. Und also ich musste viel loslassen, habe aber eben auch viel gewonnen und natürlich habe ich auch nicht zuletzt einen sehr netten Schwager gewonnen. Die habe ich ja auch, ne? Also, ich habe ja auch ein neues Familienmitglied gewonnen, nämlich meinen Schwager.

Ich hatte vorher keinen Schwager und jetzt habe ich ein Schwager. Ist ja auch ganz schön, oder? Das stimmt. Was musstest du denn loslassen? Du musstest ja auch was loslassen. Ich musste lernen loszulassen, dass ich ein schlechtes Gewissen habe. Ich hatte die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen, weil ich bin es ja als eine Zwilling gewohnt gewesen, dass wir immer so das gleiche vom Leben bekommen haben, ne? Also wir wurden, wir haben ja untereinander auch darauf geachtet und es war auch immer so, dass wir eigentlich immer gleich behandelt wurden und wenn wir mal nicht gleich behandelt wurden, haben wir das untereinander ausgeglichen, weil uns das als Zwillinge total wichtig ist, dass das fair alles ist, ne? Und das war in dem Moment nicht möglich. Ja, ich hatte diesen Mann, den ich äh oder habe ihn Gott sei Dank immer noch, ne?

Ähm den ich wirklich über alles liebe, aber trotzdem wusste ich, du hast da nichts. Ja, und da kann man jetzt auch nichts machen. Und da kommt ja noch was in schwer erschwerend hinzu, wir haben ja bis dato alles parallel in unserem Leben. Kindergarten, Einschulung, Pubertät, Ausbildung, Studium, Selbstständigkeit, alles parallel. Und das war natürlich ein extrem wichtiger Schritt in deinem Leben, also zu heiraten, die Ehe. Und das war ja das erste Mal, dass du so einen wichtigen Schritt ohne mich gehst, nicht zu wissen, ob ich diesen Schritt überhaupt jemals irgendwann gehe. Ja, also das ist schon eine Nummer gewesen für uns. Das kann man nicht anders sagen. Also für uns beide komplett unterschiedlich. Wir hatten ganz eigene Dinge, die da so abgegangen sind im Kopf, ne?

Ähm du eben wirklich diese Einsamkeit, was mir wirklich sehr weh getan hat, weil auch wenn Nina mir wirklich nicht die Ohren vollgeholt hat, hast du nicht gemacht. Du hast das sehr mit dir auch. Weißt du, warum ich das nicht gemacht habe? H, weil ich wusste, dass ich da alleine durch muss, weil ich wusste, es bringt nichts, wenn ich dir die Ohren voll. Ich belaste dich nur und es bringt mich kein Meter weiter und ich wusste, dass es jetzt eine Aufgabe, da muss ich alleine durch. Trotzdem kann ich dir sagen, ich hab es ja trotzdem gemerkt, das ist ja klar, ne? Klar geade überhaupt nicht gut habe ich das gespürt. Das ist ja das was viele immer fragen. Wir spüren das leider als Zwillinge. Das ist manchmal positiv. In dem Fall war es sehr negativ, weil ich war teilweise wirklich mit meinem Mann an den schönsten Orten.

Ich war eigentlich der glücklichste Mensch und dann war da dieses Gefühl, meiner Schwester geht’s nicht gut und ich kann nichts machen und das war nicht schön. Ich sag euch, ziemlich genau vor einem Jahr, knapp einem Jahr war ich auf einem großen Event auf dem Tegern am Tegernsee auf dem Tegersee am Tegernsee und ähm da war so ein bisschen so auch mit noch der Höhepunkt ähm meiner Krise, sage ich mal und ich hatte wirklich viele Events, aber das war so der Höhepunkt, wo eine Redakteurin, eine sehr nette, auf mich zugekommen ist und gesagt hat, Nina, schön dich zu sehen, wie geht’s dir denn? Und sie fragt einfach nur, wie geht’s dir denn? und mir schießen die Tränen in die Augen, sie laufen runter und ich sag einfach so, nicht gut, es geht mir einfach gar nicht gut und es hat ihr so leid getan und ich musste auch gar nicht viel erklären.

Also viele, die unseren Weg so begleitet haben und uns schon länger kennen und unseren Wertegang so verfolgen, hatte ich das Gefühl, musste ich gar nicht viel erklären, wenn sie mich gefragt haben, wie geht es dir? Und ich habe dann auch oft konnte ich nicht sagen, dass es mir gut ging, weil mir ging es nicht gut. Mir ging es einfach nicht gut, mir ging es sehr schlecht. Und das habe ich dann auch oft gesagt, weil das bringt ja auch nichts. Und tatsächlich auch im beruflichen Umfeld, ja, wo man vielleicht sagen würde, da sagt man doch immer, dass es einem gut geht. Nee, also ich finde, es kann einem auch im beruflichen Umfeld mal nicht so gut gehen und das kommt drauf an. Ich Nein, ich bin da immer ehrlich, wieso denn nicht? Du, es gibt Projekte, es gibt Termine, die man hat, da ist das wirklich ganz schlecht.

Gut, wenn es jetzt ein ganz großes Shooting ist mit weiß ich nicht riesiger Kostenmaschinerie dahinter, da sage ich auch, dass es mir gut geht, weil weil wenn ich dem Kunden sage, mir geht’s nicht gut, dann denkt, oh Gott, so viel Geld, jetzt geht’s ja nicht gut. Oh Gott, das nein, da kann ich aber auch komplett umschalten. Also das ist lässt ja nicht deine Emotionen jetzt egal, wo du bist, wenn wir ein wichtigen Termin so freien lauf, da bin ich professionell genug und das habe ich auch immer abgeliefert und da kann ich mich so anzwitchen, da merkt das niemand. Aber so in einem etwas persönlicheren Rahmen in unserem Beruf, das gibt’s ja immer wieder auf Events auch, das genieße ich auch so.

Diese Events mit Menschen, die man immer wieder trifft, zu dem man schon richtiges Verhältnis aufgebaut hat, wenn die dann fragen: „Hey Nina, wie geht’s dir denn?“ Dann habe ich ganz offen und ehrlich gesagt, mir geht’s gar nicht gut und ich habe eine große Herausforderung gerade im Leben und ich weine sehr viel und ich bin viel zu Hause und ich bin viel alleine und ich fühle mich wie der einsamste Mensch und ich muss wirklich sagen, die Reaktionen waren immer äußerst warmherzig, äußerst verständnisvoll, ähm ja, auch wirklich immer sehr ja, wie soll ich sagen, mir fehlt gerade das Pass, ja, mitfühlt, aber es war so viel mehr, es war so, ja, die wollten gar nicht dann genau hören, was los ist, sondern haben einfach gesagt, Nina, das ist doch ganz klar. Und da hat mich das immer gewundert, wie sie das von außen sehen.

Und das hat mir immer so geholfen, weil dann Menschen, die ich jetzt nicht jeden Tag sehe, sondern nur ab und zu sagen, Nina, das was bei euch gerade passiert, das ist so überfällig gewesen und das ist äh war doch klar, dass es irgendwann so kommt und dass das hart für dich wird, ist ja auch ganz logisch und ähm deshalb ja würde ich einfach sagen, hat mir das sogar richtig geholfen, Julia, dass ich damit so ehrlich umgegangen bin, auch in unserem beruflichen Umfeld. Aber meinst du nicht auch, dass wenn z.B. die beste Freundin heiratet und man hat ein sehr sehr enges Verhältnis zu der besten Freundin, dass das vielleicht nicht so heftig wie bei dir, aber ähnliche Gefühle auch in einer Freundschaft auslöst. Doch ich kann mir durchaus vorstellen, Julia, eine Ehe hat Einfluss auf das ganze Beziehungssystem um dich herum, auf alle Beziehungen.

Auf die Beziehung zu deiner Mutter, auf die Beziehung zu deiner Freundin. Eine Ehe hat auf alles Einfluss. Das ist ja das Interessante, weil es eben diese Entscheidung, diese bewusste Entscheidung, die man eigentlich nur einmal im Leben trifft, ich entscheide mich hier bewusst und selbst und frei für ein neues Familienmitglied. Ja, ist ja auch ein riesen Privileg in unserer Gesellschaft, dass wir das so frei machen können. Gibt viele Kulturen, wo das so frei gar nicht möglich ist, das muss man auch mal sagen. Ja. Ähm, das verändert alles, Julia. Das verändert alle Dynamiken in allen zwischenmenschlichen Beziehungenen um dich herum. Und natürlich macht es auch was mit dir, wenn deine beste Freundin heiratet. Ja, ich bin gerade am Überlegen. Ähm, gut. Unsere beste Freundin ist jetzt noch nicht verheiratet.

Lustigerweise ist es tatsächlich so, wir haben ein Umfeld, wahrscheinlich auch kein Zufall, da haben viele in unserem Alter noch oder weiß nicht noch in Klammern keine Kinder und sind auch noch nicht noch auch in Klammern verheiratet. Also ja, das ist natürlich dann so ein bisschen so ein anderes Leben, was man dafür. Ja, aber das ist ja auch das Schöne heutzutage, dass man sich da eben frei entscheiden kann. Ja, aber was würdest du denn sagen, Julia? Du hast dir die Ehe immer gewünscht. Was hat sie denn für dich verändert? Also, bist du jetzt irgendwie glücklicher als äh unverheiratet oder wie ist das? Ich bin eine sehr glückliche Ehefrau, das kann ich auf jeden Fall sagen. Und ähm ich fühle mich sehr gut damit. Ich bin nicht glücklicher als vorher. Ich war ja vorher auch schon sehr glücklich, weil sonst heiratet man ja gar nicht, ne?

Also das Glück hat es jetzt nicht noch mal mehr gesteigert, aber es hat unsere Bindung etwas vertieft, weil du weißt, okay, wir sind verheiratet, das ist was anderes, weißt du? Ich stelle mir das jetzt so ganz naiv vor. Wenn jetzt ähm man nicht verheiratet ist und man streitet sich total, dann denkt man ja immer, okay, du kann auch sagen, dass man sich jetzt trennt. Du weißt aber, wenn du verheiratet bist und ich so total fetzt, na ja, wir werden jetzt nicht morgen uns trennen, weil das wäre eine größere Geschichte und da müssen wir schon noch mal reden. Ja. Ja. Also, glaubst du eigentlich, dass ich noch heirate? FI. Fiyy. Ah, okay. Das ist ja sehr diplomatisch. Ja, also kann sein, kann aber auch nicht. So sehe ich das. Ah, ja, interessant. Siehst du das selbst auch? Kann das sein? Kann sein. Kann nicht sein. Also Moment, jetzt würde ich eher sagen, kann sein. Ja, wie sie.

Ich finde deine Einstellung dazu aber gut, weil du hängst dein Glück da überhaupt nicht dran, sagst, aber wenn sich es ergibt, dann auch gerne. Ja, also wenn sich es ergibt, dann wirklich aus ganz freien Strücken ohne irgendwie Rückenwind, ne, ohne irgendeinen Druck von irgendwo. Also ich möchte das wirklich, dass das eine ganz freie, bewusste Entscheidung ist von zwei Menschen, die selbst sich weitesgehend reflektiert haben, die ihre Stärken und Schwächen kennen, die wissen, was sie jetzt im Leben wollen, die sich jetzt für einen gemeinsamen Weg entscheiden, was ja so oder so in meiner Situation jetzt eh ähm ja, alles für die zweite Lebenshälfte passiert, wenn du so willst. Ja, meinbow bewusster ist die mich jetzt auch, wenn ich mich noch mal für die Ehe entscheide. Also und dann möchte ich auch, dass das dann jetzt wirklich hält und möchte da nicht dann noch mal irgendwie mich trennen.

Also das ist schon eine sehr bewusste Entscheidung dann. Ich glaube anders als mit 30 oder mit 35. Das ist sehr interessant. Äh ich finde deine Einstellung super. Ich glaube, wir sind fertig miteinander. Du wir denn jetzt hier so das Wort? Ich merke, weil das gerade so wiederholend wurde. Okay, also du willst jetzt Schluss machen. Ich will Schluss machen, ja. Ach, okay. Schade. Ist das angekommen? Es ist sehr deutlich angekommen. Das war nicht Wink mit dem Zaunpfahl. Du bist sozusagen mit dem ganzen Zaun gekommen. Ende. Gelände. Ja, gut, dann ist jetzt Schluss. Charmant machen, aber war nicht, ne? Nee, das war ziemlich uncharmant, ehrlich gesagt. Aber egal, dann ist halt jetzt Schluss. Wir machen Schluss. Also, wir hoffen, der twintalk hat euch gefallen und dann mach du jetzt mal Schluss. Ich bin jetzt ein bisschen überrumpelt. Tschüss, ihr Lieben, bis zum nächsten Mal. Tschüss.