twintalk podcast logo

Selbstakzeptanz: Wie wir uns selbst annehmen

Julia Meise und Nina Meise sprechen im twintalk-Podcast über Selbstakzeptanz, Selbstbild und persönliche Entwicklung

Warum fällt es uns oft so schwer, uns selbst anzunehmen? In dieser Folge sprechen Julia und Nina über Selbstakzeptanz, innere Zweifel und den Druck, immer besser werden zu müssen – und darüber, was sich verändert, wenn man aufhört, ständig gegen sich selbst zu kämpfen.

Darum geht es in dieser Folge

  • Warum Selbstakzeptanz oft nichts mit Perfektion zu tun hat.
  • Weshalb wir unseren Selbstwert so häufig von anderen abhängig machen.
  • Welche Rolle Selbstzweifel, Vergleiche und äußere Erwartungen spielen.
  • Warum es manchmal wichtiger ist, mit sich selbst Frieden zu schließen, als immer besser werden zu wollen.

Transkript dieser Folge

Hinweis: Dieses Transkript wurde automatisch erstellt und zur besseren Lesbarkeit leicht überarbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung können einzelne Fehler enthalten sein.

Nina: Herzlich willkommen zum twintalk. Heute zum ersten Mal in unserem neuen Podcast Format, in unserem neuen Studio. Wir freuen uns sehr. Wir hoffen euch gefällt der Look, unser nicht erstes Thema, weil wir haben schon viele twintalks zusammen gemacht, aber unser erstes Thema in diesem neuen Look, zwei Leben, gleiche Zweifel. Warum fällt Selbstakzeptanz so schwer? Und die Frage ist ja wirklich, warum fällt es uns eigentlich so schwer uns so zu akzeptieren, wie wir sind? mit all unseren Stärken, mit all unseren Schwächen, mit all unseren Unsicherheiten, mit unseren Widersprüchen. Warum brauchen wir gefühlt so lange, um uns selbst wirklich so zu akzeptieren, wie wir sind? Und die Frage darunter, Julia, ist ja die, dass wir uns alle mal fragen können, warum machen wir unsere Selbstakzeptanz, unseren Selbstwert so lange abhängig davon, was uns aus dem Außen entgegnet, also vom Außen, wir machen das vom Außen abhängig, unsere Selbstakzeptanz. Warum ist das so? Was ist Selbstakzeptanz eigentlich im Kern?

Julia: Also, ich würde sagen, Selbstakzeptanz hat sehr viel damit zu tun, dass man sich wirklich ehrlich und authentisch sieht und zwar voll umfänglich mit seinen Stärken, mit seinen Unsicherheiten, mit den eigenen Widersprüchen, die ja auch wirklich jeder in sich hat, mit allem, was uns eben ausmacht. Und das sind nicht nur positive Eigenschaften, sondern eben auch negative Eigenschaften.

Nina: Warum fällt uns das so schwer?

Julia: Ich glaube, wir wollen uns alle immer selbst optimieren. Wir wollen uns in der besten Version sehen, die wir sein können und wollen uns meistens gerne positiv sehen. Von außen wird uns auch gezeigt, sei immer positiv, habe immer eine positive Einstellung. Und das kann dazu führen, dass wir uns selbst nicht erlauben, erstmal überhaupt negativ zu denken, ähm mal nicht gut drauf zu sein und vor allem auch nicht uns ehrlich zu sehen, wie wir eigentlich sind, weil jeder ist mal schlecht drauf. Jeder ist mal demotiviert. Jeder geht mal hart mit sich in die Kritik und sagt: „Oh, warum habe ich das gemacht? Warum habe ich jenes gemacht?“ Und das ist völlig okay. Genau. Das ist Selbstakzeptanz.

Nina: Absolut. Selbstakzeptanz bedeutet einfach auch, finde ich, erstmal zu sich selbst zu sagen, ich bin vielleicht in vielen Bereichen noch nicht da, wo ich sein möchte. sei es jetzt privat, sei es beruflich, sei es finanziell, also die Liste ist ewig lang, aber trotzdem akzeptiere ich mich so, wie ich bin, mit dem Wunsch und dem Bedürfnis, mich weiterzuentwickeln. Und ähm ich glaube, wir machen oft den Fehler, dass wir dieses noch nicht uns so zu fühlen, wie wir uns fühlen wollen, da sein zu wollen, wo wir hin möchten und verbinden das eins zu eins mit unserem Selbstwert und unserer Selbstakzeptanz. Ja, aber Akzeptanz heißt ja nicht, dass ich mich total geil finde, dass ich denke, ich bin die geilste überhaupt, ich akzeptiere mich selbst so, wie ich bin, sondern es heißt ja eigentlich eher die Situation zu akzeptieren, mich als Mensch so zu akzeptieren mit meinen Stärken, mit meinen Schwächen. Selbst wenn mich mal jemand auf meine Schwächen aufmerksam macht, ne, sagt, das hast du wirklich gar nicht gut gemacht, das hast du doch jetzt schon drei, vier mal gemacht irgendwie und du machst es einfach nicht gut. Ja. Dann kann ich diese Kritik ja annehmen. Ja. Ähm wenn ich mich selbst nicht akzeptiere, dann führt diese Kritik dazu, dass es mich wirklich extrem nach unten zieht – 

Julia: – und auch trifft.

Nina: Richtig trifft. Ja. Ähm aber wenn ich auf einem guten Weg der Selbstakzeptanz bin, dann nehme ich diese Kritik und überlege, was ist daran? Ja, und entweder komme ich da den zu dem Entschluss, dass ich sage, okay, derjenige, der mich kritisiert, hat Recht. Ich habe mir nicht genug Mühe gegeben. Ich muss mich jetzt wirklich mal hier mehr bemühen, dass ich das hinkrieg, weil ich habe das schon so oft gemacht und vielleicht bin ich echt nicht mit Herzblut dabei oder ich gehe her und sage: „Okay, die Kritik ist berechtigt, weil es ist einfach nicht meine Stärke. Ich muss damit leben, dass ich hier in diesem Punkt kritisiert werde, weil es ist einfach nicht meine Stärke. Will dich jetzt nicht anschen, aber ich denke mal bei dir an das eine oder andere digitale Thema.“ Ja, da fragst du mich so, du fragst die Frage zum ersten Mal, du Nina, wie macht man das hier eigentlich? Wie verschiebt man das hier rüber und ich will das nicht löschen und so und ich denke mir so, ist das jetzt dein Ernst? Das hast du mich vor drei Tagen gefragt. Ich habe dir sogar eine Bildschirmaufnahme gemacht, wie das geht. Ja, und du fragst so, als würdest du mich das zum ersten Mal fragen.

Julia: Und das ist für mich auch Selbst Akzeptanz. Ja, ich könnte mich total fertig machen deswegen und sagen, Julia, du bist so blöd und jetzt fragst du die Nina zwei Tage später wieder das gleiche und die schreibt dann guck dir das Video an, was ich dir vor zwei Tagen geschickt habe, du blöde Kuh. Und ich denke mir so egal nicht so schlimm. Das ist für mich auch selbst Akzeptanz. Ich mache mich deswegen nicht fertig.

Nina: Gut, was ich mich nur frag oder du fragst die Frage so wie als würde sie zum ersten Mal kommen und ich frage mich jetzt, weißt die nicht, dass sie mich das vor vier Tagen schon mal gefragt habe oder weißt du das oder weißt du das nicht? Dass das ja eigentlich das gleiche ist. Also heute ja wieder, du hast ja wieder gefragt, wie kriege ich das hier aus dem Dateienordner raus? Weißt du, dass du mich das vor vier Tagen gefragt hast?

Julia: In dem Moment wusste ich es nicht. Wenn du dann sagst, das hast du mich vorgestern schon mal gefragt, denke ich: „Oh, ja, stimmt, aber ich mache mich nicht fertig deswegen.“ Ich sag dann: „Oh shit.“

Nina: Ja, aber denkst du dann wirklich so, okay, dieses ganze digitale Gedöns ist halt nicht meine Stärke, denkst du, macht dir gar nichts aus?

Julia: Ich will mich schon weiterentwickeln. Ich akzeptiere, dass das nicht meine Stärke ist. Das weiß ich. Das ist nicht mein Talent, nicht meine Stärke. Aber ich möchte mich schon weiterentwickeln. Also ich möchte nicht aufgeben und sagen, okay, ist nichts für mich. Und ich frage halt alles. Nein, ich möchte mich weiterentwickeln, aber mit dieser sanften inneren Stimme, Julia, sei nicht so hart zu dir. Das ist wirklich nicht dein Ding. Es ist manchmal ein bömisches Dorf für dich.

Nina: Ja, du Julia, ich finde das extrem gut. Ich würde auch behaupten, dass du ein Mensch bist, der sehr weit mit dem Thema Selbstakzeptanz ist. Ich glaube, das würden auch viele bestätigen, die dich kennen. Da bin ich mir relativ sicher. Selbstakzeptanz als Thema kommt auch von dir. Ich beschäftige mich sehr gerne damit. Sehe aber gar nicht so viel Bedarf bei mir, weil ich akzeptiere mich wirklich sehr so wie ich bin.

Nina: Das stimmt. Da gebe ich dir sogar recht. Das Thema selbst, ich habe schon Problem das auszusprechen. Ja, das Thema Selbstakzeptanz kam tatsächlich von mir. Ähm, du warst auch so ein bisschen Selbstakzeptanz ist doch gar kein Problem. Ja, umso schöner finde ich es trotzdem, dass das unser erstes Thema ist, weil ich glaube, es ist ein großes Thema. Umso älter ich werde, es ist ein riesen Privileg des älter werdens, dass ich das Gefühl habe, dass ich dieser Selbstakzeptanz immer näher komme. Ja. Ähm das merke ich z.B. daran, dass mein innerer Dialog, meine innere Stimme sehr viel angenehmer wird. Ja, also ähm was man ja macht, wenn man sich nicht selbst akzeptiert oder wenig Selbstakzeptanz hat, ja, man wertet sich in dem inneren Dialog immer ab, ne? Das kennt jeder von uns. Oh, warum habe ich denn das jetzt so gemacht? Warum habe ich denn das jetzt so gesagt? Wieso habe ich denn eben mich so und so verhalten? Hätte ich das doch so gemacht. Ja, kann man machen, führt zu gar nichts und geht eigentlich nur in die Abwertung.

Julia: Aber das mache ich auch.

Nina: Das machst du auch?

Julia: Ja, natürlich. Siehst du? Und das hat ja, aber warte, es gibt einen einzigen Unterschied. Ich mache das, er tappe mich dabei. Ich merke, oh, was machst du gerade? Was ein Quatsch, lass das doch einfach. Also dieses Muster habe ich auch in mir und dann geht’s los. Oh Gott, war das peinlich. Oh Gott, hast du dich jetzt blamiert? Was hast denn da jetzt gemacht? Das geht so ein 2 Minuten und dann denke ich mir, oh, stop it. Das ist macht überhaupt keinen Sinn. Lass es einfach. Mach beim nächsten Mal anders. Das war’s. Also, es darf dir passieren. Es ist völlig in Ordnung, dass diese Gedanken kommen. Das völlig normal. Die Frage ist, wie lange lässt du diese Gedanken zu und wie arbeitest du quasi dagegen und bist nett zu dir selbst und stoppst das Ganze?

Nina: Genau, das ist der Punkt. Das ist für mich einer der wichtigsten Schritte in Richtung Selbstakzeptanz, dass man diese Gedanken, diesen inneren negativen Dialog nicht einfach so freilaufen lässt, sondern dass man den erstmal realisiert. Moment mal, jetzt geht diese innere Abwertung wieder los. Stop it, bringt überhaupt nichts, ja? Sondern jetzt sei einfach nett zu dir und sag: „Okay, doof gelaufen, shit happens. Das nächste Mal mache ich es anders.“ Ganz einfach.

Julia: Ja, genau. Es geht ums bewusst machen, bewusst werden, was passiert hier gerade, dann ändern. Darum geht’s, weißt du?

Nina: Und Selbstakzeptanz heißt ja wirklich nicht, dass ich mich super cool finde, dass ich super gut aussehe und immer alles richtig mache, sondern es heißt ja eher, dass ich mich nicht permanent ablehne.

Julia: Ja, das heißt schon Selbstakzeptanz, dass du dich nicht permanent ablehnst und dass du dir selbst auch nicht sagst, ich muss mich komplett verändern, dann kann ich mich selbst akzeptieren, sondern dass du sagst, grundsätzlich bin ich okay, so wie ich bin. Ich darf mich weiterentwickeln, aber grundsätzlich bin ich okay.

Nina: Ja, absolut. Und weißt du, Selbstakzeptanz beginnt auch an der Stelle, wo ich ständig aufhöre, mich zu hinterfragen. Also, ich weiß nicht, wie das bei dir ist. Hinterfragst du dich oft? Also, auch wenn du abends ins Bett gehst, heute ist der Tag so gelaufen, warum habe ich das denn jetzt so so

Julia: Ja, das mache ich auch, aber ich stoppe es ja schnell. Ich mache das nicht lange. Ich merke das, dass ich darüber nachdenke, dass ich gerade nicht nett zu mir bin, dass ich mich gerade, ich will gerade Anlauf nehmen, mich fertig zu machen und zu sagen, das hast du alles nicht gut gemacht. Du hast dich blamiert und dann stoppe ich das und sag alles quatsch, mach’s einfach beim nächsten Mal anders. Ist ein Learning und fertig. Und dann versuche ich an andere Dinge zu denken oder einen schönen Podcast zu hören.

Nina: Ja. Ja, also deshalb lass uns doch noch mal festhalten. Das finde ich das Wichtigste und ich glaube, das gibt uns allen auch so den besten Input, wie wir alle noch an unserer Selbstakzeptanz arbeiten können und wie wir alle sozusagen ja auf einem richtig guten Weg hin zur Selbstakzeptanz sind. Umso mehr ich mir Gedanken mache zum Thema Selbstakzeptanz und umso mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, merke ich, wie differenziert man das betrachten muss und dass es uns alle betrifft, auch dich, Julia. Ähm, wo ich auch dir zugestehen muss, dass du schon sehr reflektiert damit umgehst. Trotzdem ist natürlich Selbstakzeptanz für dich ein riesen Thema und du beschäftigst dich damit. Ja, auch wenn du schon relativ reflektiert bist, aber es ist ein Weg, der nie aufhört für uns alle. Und deshalb würde ich gerne noch mal die absoluten Selbstwertkiller festhalten, die nee, nicht Selbstwert, ist nämlich was anderes. Selbstakzeptanz Killer festhalten. Ja, was killt unsere Selbstakzeptanz? Selbstwert ist wieder was ganz anderes. Ja. Ähm, also was ein absoluter Killer für unsere Selbstakzeptanz ist, ist der ständige Vergleich. Wir können uns vergleichen, aber wir dürfen uns nicht durch den Vergleich abwerten. Das ist ganz wichtig. Ja, also das Vergleichen, wie hältst du es mit Vergleichen?

Julia: Ich mache es kurz, dann erwische ich mich dabei und dann versuche ich es zu lassen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, du weißt das auch. Wir sind ein wird man von Geburt an jeden Tag hundertfach verglichen und zwar von allen und man wächst so auf. Das ist das normalste Welt. Ach, wer konnte denn zuerst laufen? Wer konnte denn zuerst sprechen? Bei wem war denn das zuerst? Bei wem war denn das zuerst?

Nina: Wer hat die bessere Note in der Mathe?

Julia: Wer ist denn besser in der Schule? Was ist denn dein Lieblingsfach? Was ist dein Lieblingsfach? Ach, da seid ihr unterschiedlich. Das ist ja interessant. Also als eineiger Zwilling wird man jeden Tag von allen Menschen und das meinen die nicht böse verglichen.

Nina: Du wirst in den Vergleich reingeboren.

Julia: Du bist ein Vergleich auf zwei Beinen, ja, und musst erstmal dir das bewusst machen und ähm ja, deswegen glaube ich auch tatsächlich habe ich einen sehr guten Umwand damit, weil und du ja eigentlich auch, weil wir quasi damit aufgewachsen sind. Wir, das kam nicht irgendwann später, dass wir angefangen haben, wir vergleichen uns mal mit anderen und gucken, wie wir da abschneiden, sondern wir als eineige Zwillinge werden von Baby an, als wir quasi per Kaiserschnitt auf die Welt geholt wurden, ging der Vergleich los. Du warst schwerer als ich ein paar Jahre. Du warst ein paar Sekunden früher auf der Welt als ich. Ja, du warst nicht so unterernährt wie ich.

Nina: Ja, das sind ja alles Dinge, die wurden uns alle gesagt und mitgeteilt und ich konnte zuerst laufen, ich konnte zuerst sprechen.

Julia: Genau. Also, wir sind im ständigen Vergleich gewesen, tatsächlich bis heute und ich glaube dadurch haben wir gelernt, das auch irgendwo auf Abstand zu halten und das sehr sachlich zu sehen und das nicht mit unserem, wie du eben gesagt hast, Selbstwert zu verknüpfen, sondern wir sagen uns, wir sind okay so wie wir sind, wie wir aktuell sind. Wir müssen uns nicht verändern und trotzdem kann man sich vergleichen, aber nicht, weil man sich selbst verändern muss, sondern einfach, weil man guckt, wie ist es denn bei dir oder bei dir. Also, man macht das wertfrei.

Nina: Ich glaube, was wir auch als eine eineiige Zwillinge gelernt haben, durch diesen ständigen Vergleich von Geburt an ist tatsächlich gleiche Eltern, gleiche Kindergärtnerin, gleiche Schulbindung, alles gleich. Und trotzdem kann ich mich mit dir ja gar nicht vergleichen. Warum? Weil du sowas von anders tickst als ich und so extrem anders an Sachen herangehst als ich. Und da ist es mir bewusst, weil ich dich so gut kenne, dass es überhaupt keinen Sinn macht, uns zu vergleichen.

Julia: Ja, genau. Obwohl wir so vergleichbar sind.

Nina: Ja. Und dann überleg mal, wie absurd ist es, wenn ich mir irgendjemanden bei Instagram angucke oder sonst irgendwo und mich mit demjenigen dann vergleiche, wenn ich mich noch nicht mal mit meiner eineigen Zwillingsschwester vergleichen kann. Ja, das ist wirklich der Punkt. Was trotzdem unsere Aufgabe immer bleiben wird, ist, weil wir natürlich auch vor dem Vergleich, gerade was Social Media betrifft nicht gefight sind. Dem stellen wir uns auch jeden Tag, wie viele Follower haben wir, wie viel Reichweite und und. Ja, äh da ist Potenzial für große Unzufriedenheit bei uns allen. Ja, wir dürfen uns vergleichen. Ohne Vergleich geht es nicht. Aber der ganz entscheidende Punkt, wir dürfen uns nicht durch den Vergleich abwerten. Und das ist der absolute Selbst Akzeptanzkiller Vergleich. Wir dürfen uns vergleichen, müssen uns aber bewusst machen, dass es überhaupt gar keinen Sinn macht, sich durch diesen Vergleich abzuwerten, ja, sondern dass er zu versuchen als Istzustand zu sehen, ja, so ist es eben und ich kann ja an mir arbeiten. Gehen wir noch mal weiter bei den absoluten Killern unserer Selbstakzeptanz. Der innere Kritiker. Ich finde, der innere Kritiker ist ja schon wichtig auch und wir alle haben diesen inneren Kritiker und ich glaube, es ist auch gut, dass wir diesen inneren Kritiker haben, aber wir dürfen uns nicht mit unserem inneren Kritiker die ganze Zeit abwerten. Wenn wir merken, dass wir wieder heute sehr hart mit uns in die Kritik gehen, dann dürfen wir das feststellen und dürfen auch gerne mal milde zu uns sein, oder wie gehst du mit dem inneren Kritiker um?

Julia: Ich nehme das wahr. Ich sage, das ist so, das empfinde ich gerade so. Aber ich versuche, mir klar zu machen, das ist kein Grund, dich klein zu fühlen oder dich selbst abzuwerten, sondern einfach es neutral wahrnehmen, aber nicht in die Bewertung gehen. Versuchen das Ganze jetzt nicht zu bewerten, wahrzunehmen ohne Bewertung. Ich weiß, das ist schwer, aber wenn man das übt und immer wieder macht, wird’s immer einfacher.

Nina: Ein weiterer Killer ist natürlich wirklich dieses Leben im Außen. Also wirklich viel davon abhängig zu machen, was jetzt die Selbstakzeptanz betrifft, was im Außen passiert oder was andere von uns denken, wie andere von uns reden, wie andere sich gegenüber uns verhalten. Ja, das ist auch einer der größten Selbstakzeptanzkiller. Wie gehst du mit diesem im Außensein um?

Julia: Ich mache mir immer klar, dass man meistens das völlig fehlin interpretiert, was andere über einen denken, was man meint, was andere über einen gesagt haben. Man kriegt ja meistens gar nicht mit. Meistens ist es sogar so, die sagen gar nichts überein. Die sind viel mehr mit sich selbst beschäftigt als z.B. mit uns oder anderen Menschen. Man denkt immer, ich denke in dem Kopf der anderen und die müssen das und das über mich denken. Es sind die eigenen Gedanken. Es sind meistens nicht die Gedanken der anderen. Das versuche ich mir bewusst zu machen und dann bin ich schon entspannter und sag, warum denke ich denn selbst so über mich? Und wenn ich so und so denke, dann darf ich hier gerne was verbessern oder ich akzeptiere es. So versuche ich damit umzugehen.

Nina: Wie sieht’s aus mit Perfektionismus? Auch ein Killer?

Julia: Perfektionismus. Ich glaube, mein Mann würde an dieser Stelle sagen, ich wünschte, du hättest mal Perfektionismus.

Nina: Du bist wirklich einer, der überhaupt kein Perfektionismus. Gut, dass du selber sagst. Ich denke mir manchmal, wie du die Sachen trägst…

Julia: Denk ich, ob irgendwas nicht sitzt? Ne.

Nina: Ist es ja wirklich auch manchmal so ich mache mir Gedanken, was wir uns anziehen und so, ne? Und meine Schwester, dann lege ich ihr extra was raus, sagt zieht es bitte an, ne? Und sie kommt und dann hängt es so auf halb acht und ich denke mir so, willst du mich jetzt eigentlich ärgern? Wieso ziehst du das so an? Hast du mal im Spiegel geguckt? Aber nötig ist es irgendwie ich weiß nicht,…

Julia: das ist ja auch ganz witzig, wenn wir Videos drehen oder Fotos machen, dann schauen wir uns das danach an und dann wählen wir zusammen aus und dann sagt ich hier die Haare und hier das. Und ob du es glaubst oder nicht, ich sag dir das ja immer, ich sehe es nicht. Mir ist das so egal. Ich sehe immer nur das Gesamte und denke mir ach ja schön, ich bin überhaupt nicht so, dass ich mir denke, sehen meine Haare jetzt voluminös aus? Glänzen meine Haare? Ist mein Make-up perfekt? Es ist mir egal und ich sehe es nicht. Ich wünschte manchmal, ich denke mir manchmal, ich bin in einem Job, wo ich das mehr sehen müsste. Das sagst du mir auch oft, ja, aber es interessiert mich nicht so richtig.

Nina: Das merke ich bei dir. Es interessiert dich nicht so richtig und das finde ich dann auch irgendwie wieder cool, weil es gibt ja auch wichtigere Sachen. Aber ist ja auch schön, wenn es jetzt schön aussieht, oder?

Julia: Ich freue mich sehr. Und wenn du mir sagst, Julia, du ziehst jetzt das an und du machst dir jetzt die Haare so und du guckst, dass die hier besser sitzen und du hast hier eine Strähne und ich sprühe dir hier noch mal Haarspray. Ich mache das gerne mit. Ja, und nehm das dankend an. Es würde mich aber auch nicht stören, wenn wir es nicht machen würden. Das ist leider so.

Nina: Jetzt noch mal ein anderer Killer ist ja tatsächlich die Selbstoptimierung. Klingt oft positiv. Selbstoptimierung steckt ja auch viel Positives drin. Ist aber auch gefährlich, ne? Weil Selbstoptimierung ja auch heißen kann, ich bin noch nicht gut so wie ich bin, ich muss mich noch hier und da optimieren. Ja, wie stehst du zur Selbstoptimierung?

Julia: Selbstoptimierung würde ich glaube ich umbenennen in Weiterentwicklung oder selbst Weiterentwicklung, weil Optimierung sagt mir ja unterbewusst, ich bin noch nicht gut genug. Das würde ich versuchen, mir selbst nie zu sagen. Ich würde mir auch nicht sagen, ich bin gerade gut so wie ich bin, sondern ich würde sagen, doch ich doch, ich würde sagen, ich bin gerade gut so wie ich bin, aber ich darf mich noch weiter entwickeln. Optimierung ist etwas, was ja nie aufhört, wo man ja wirklich sagt, ich kann, es geht immer besser, schneller, höher, weiter, aber ich denke irgendwann kommt der Punkt und der kommt bei mir, wie du weißt, relativ schnell. Ich bin relativ schnell zufrieden. Ich brauche nicht so viel.

Nina: Vor allem Julia, wenn man sich mal klar macht, dass alles, alle diese Faktoren, die unsere Selbstakzeptanz killen, dass die uns ja immer weiter von uns selbst wegbringen.

Julia: Genau.

Nina: Also diese Faktoren entfernen uns von uns selbst und wir sind nicht mehr in der Wahrnehmung, sondern wieder nur im Außen.

Julia: Das entfernt uns von uns selbst, wie du sagst, und das macht uns wiederum auch nicht besser, sondern schlechter.

Nina: Und was wir uns auch immer klar machen sollten, in dem Moment, indem ich mich vergleiche, verliere ich mich eigentlich selbst.

Julia: Ganz genau. Und ich würde sagen, Selbstakzeptanz, wenn man die im Kern verstanden hat, ist das der Weg zu innerer Zufriedenheit. Die wollen wir ja alle haben. Es ist ein, das fühlt sich dann an wie so eine innerliche Ruhe. Ich habe tatsächlich diese innerliche Ruhe. Ähm, du weißt, ich flippe nicht schnell aus, ne? Sondern ich nehme es, wie es kommt und sag mir, ist gut so, wie es ist. Und ich glaube, diese innere Ruhe, die kann man wirklich gut vertragen und die kommt eben durch Selbstakzeptanz.

Nina: Und die kommt auch, finde ich, ein bisschen im Alter. Ich finde mit dem Alter, das ist etwas ganz schönes. Da kann man wirklich auch einfach mal 5 gerade sein lassen. Da kann auch mal eine Party ohne einen stattfinden, ohne dass man direkt FOMO hat und denkt, ah, warum feiern die ohne mich? Warum bin ich nicht eingeladen? Ja, du denkst aber nee, ich brauche meinen Schlaf. Also ähm ganz ganz viel regelt tatsächlich mit der Selbstakzeptanz auch das Alter. Also, ich muss sagen, das Alter, älter werden in dieser Hinsicht und auch in vielen anderen Hinsichten sehr, sehr viele positive Faktoren.

Julia: Also, ich würde sagen, für die Psyche hat das Älter werden nur Vorteile.

Nina: Nur Vorteile.

Julia: Nur halt körperlich, nicht immer, ne?

Nina: Ja, nicht immer, aber auch da Selbstakzeptanz, weiß du, ich meine, wir sind nun mal so, wir haben nun mal jetzt 40 Jahre gelebt, so ist es nun mal einfach so.

Julia: Und das waren richtig schöne 40 Jahre.

Nina: Und ich glaube, wir haben noch richtig schöne 50 Jahre vor uns. Und auch das gehört zur Selbstakzeptanz. Mit 40 nicht so aussehen zu wollen wie mit 25. Sondern mit 40 so aussehen zu wollen, wie eine richtig gute frisch aussehende 40-jährige. Ja, auch das ist Selbstakzeptanz und den Weg gehen wir. Ja, also ich fand unseren ersten twintalk im neuen Setup richtig schön.

Julia: Ich fühle mich hier richtig wohl. Also ich könnte hier übernachten. Dieses Studio ist wirklich ein absoluter Traum. Das hat alles etwas länger gedauert, aber dafür ist es wirklich so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben. Ich bin ganz happy hier in unserem neuen twintalk Studio.

Nina: Ja, also wir hoffen, ihr hattet genauso viel Freude mit unserer ersten twintalk Folge im neuen Design. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal mit euch und wünschen euch ganz viel Freude und eine milde innere Stimme, eine gute Freundschaft zu euch selbst auf dem Weg zur Selbstakzeptanz. Macht’s gut, ihr Lieben. Tschüss, bis zum nächsten Mal.

Julia: Tschüss.