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Die Wahrheit über eine gesunde Kennenlernphase

Nina Meise und Julia im twintalk Gespräch.

In dieser Folge sprechen Julia und Nina darüber, wie eine gesunde Kennenlernphase entsteht und woran man früh erkennen kann, ob daraus eine stabile Beziehung werden kann. Sie erzählen von ihren unterschiedlichen Erfahrungen beim Dating und davon, welche Rolle Vertrauen, Ehrlichkeit und Geduld am Anfang einer Beziehung spielen.

Darum geht es in dieser Folge

  • was macht eine Kennenlernphase wirklich gesund?
  • woran erkennt man frühzeitig Red Flags und Green Flags?
  • wie entstehen Vertrauen und emotionale Sicherheit?
  • welche Fehler sollte man beim Kennenlernen vermeiden?

Transkript dieser Folge

Hinweis: Dieses Transkript wurde automatisch erstellt und zur besseren Lesbarkeit leicht überarbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung können einzelne Fehler enthalten sein.

Herzlich willkommen zum twintalk!

Heute noch mal synchron twintalk. Wir haben gerade eine Umfrage gestartet, wie ihr in Zukunft in unserem twintalk begrüßt werden möchtet. Ich bin sehr gespannt, wie das ausgeht, weil es gibt wirklich verschiedene Lager. Unser näheres Umfeld sagt, das nervt,

aber richtig, ich find es ganz charmant und ich finde, es ist irgendwie auch unser Markenzeichen und wir machen das schon so lange und es fällt mir auch ein bisschen schwer, Julia, muss ich sagen,

weil es gab auch immer wieder Situation, dass ich irgendwo lang gelaufen bin und jemand dann so Twinter fand ich irgendwie total süß, ne? Also, ich werde

es vermissen, aber wir möchten eure ehrliche Meinung wissen und wir möchten euch natürlich gar nicht nerven, deswegen werden wir das so machen, wie ihr das entscheidet. Ist doch klar. Genau. So sehen wir das und

die Umfrage läuft und dann schauen wir mal, wie wir euch dann das nächste Mal begrüßen. We will see. Heute ist unser

Thema, wie lernen wir uns eigentlich kennen?

Wie findet ein gesundes Kennenlernen statt, um in eine gesunde langfristige Beziehung zu starten? Wie sieht so ein

Kennenlernen eigentlich aus? Nicht, dass wir beide da jetzt Expertin sind. Also gar nicht, du nicht, ich nicht, wir

beide nicht. Ähm, wir kämpfen uns da auch so durch. Ja, viele andere, aber

der Twin lebt ja davon, dass wir beide eben von unseren Erfahrungen, von unseren Sichtweisen erzählen und die

sind ja, wie ihr wisst, äußerst unterschiedlich bei uns beiden auch einfach durch unsere Charaktere und durch unsere Wesenskerne bedingt und das macht es eigentlich ganz interessant.

Julia, was aber ich will noch mit etwas ganz interessantem kommen, nämlich Julia, was glaubst du, wie viele

Menschen lernen sich eigentlich heutzutage über Onlineplattform kennen?

Ich befürchte viele. Ich schätze mal 40 bis 50%. Hätte ich auch geschätzt. Ich hätte vielleicht sogar noch mehr

geschätzt, aber ich habe tatsächlich nachgesehen und laut Statistika, laut einer aktuellen Umfrage lernen sich nur

also nur 20 bis 30 Paare in Deutschland über Online Dating 20 Paare, du meinst

Prozent Prozent. von 100 [gelächter] 20 bis 30 Pa das wäre wenig 20 bis 30%

Ja, [gelächter] das wä 20 bis 30% lernen sich über Onlineplattformen kennen und ein Viertel immerhin Julia 25% ein

Viertel über den Freundeskreis das ja wirklich fast ausgewogen. Das hätte ich gar nicht gedacht, weil ich möchte eigentlich immer eher so ein bisschen so

eine Lanze schlagen, dass wir alle eher auch mal in unseren Freundeskreisen gucken, wen man da nicht wie irgendwie verkuppeln könnte, weil ich das einfach

3 Minuten

eine ganz charmante Rangehensweise finde und ich glaube, das wird viel zu selten gemacht. Ist das wird viel zu selten gemacht selten und es ist viel schlimmer, Jul. Es ist

zwar nicht unser Thema, aber ich muss es mal ganz klar sagen, weil da habe ich mich letztens wieder mit jemanden drüber unterhalten, dass viele Freundeskreise dann auch Singles nicht mehr einladen,

weil es dann eben nicht passt, ne? Dann gibt gibt’s irgendwelche Pärchen treffen oder irgendwie Dinnereinladung und so und dann merkt man auf einmal, ach, wir haben der und der gar nicht Bescheid

gesagt. Ah ja, weil wir sind ja nur Pärchen und ist ja dann blöd und so und das finde ich teilweise richtig hart, ehrlich gesagt. Da habe ich mich letztens erst mit einer Singlefreundin drüber unterhalten und ich habe gesagt,

das deine Erfahrung und das, was du da erlebst, habe ich ganz genauso erlebt und ich finde das so traurig und denn man denkt dann immer irgendwie so ach das passt ja nicht, wir sind jetzt hier

nur Paare. Aber ich finde diese Überlegung nicht okay und ich vor allen Dingen diese Überlegung ist falsch.

Meine Erfahrung ist, wenn Singles dabei sind, es ist erfrischend, es ist schön und es ist einfach viel cooler als ohne.

Und diesen Gedanken, ah, dann sind wir irgendwie ungerade und am Tisch sind wir dann eine ungerade Zahl und so völlig bescheuert. Macht keinen Sinn. Ja, ich

finde es auch immer total bereichernd auch für die Paare und deshalb, also ich würde dann nie so vorgehen. Ich hoffe, dass es ich das auch noch nie unterbewusst gemacht habe, aber ich

versuche das ganz bewusst nicht zu machen, das wenn ich überlege, oh, lass uns noch mal einer großen Gruppe treffen, das ist mir völlig egal, ob jemand alleine kommt als Single oder als

Paar, sondern soll einfach eine nette Gruppe sein und ich glaube, da fühlen sich einige Singles, könnt ihr uns gerne auch mal schreiben, echt so ein bisschen

ausgegrenzt. Ja, man kann nicht anders sagen, außer ja, völlig zu unrecht und man beschneidet sich damit eigentlich selbst, finde ich, ne? Weil es ist so

viel lustiger mit Singles, also kann ich aus eigener Erfahrung sagen, immer eigentlich, ne? Aber das ist ja jetzt nicht unser Thema. Kommen wir mal zu unserem eigentlichen Thema. War ich mit

den Zahlen fertig? Ja, genau. 20 bis 30 % über Onlineplattformen, ein Viertel über den Freundeskreis und der Rest dann

eben im Nachtleben, im Vereinsleben, draußen, im Supermarkt, also einfach so im alltäglichen Leben. Fand ich ganz

interessant die Zahlen. Ja, weil ich hätte auch aus dem Gefühl herausgesagt über 50% bestimmt über Online Dating Plattform. Ich glaube, sehr viele der

Singles sind unterwegs auf Dating Plattform, aber dann wirklich in eine Beziehung darüber kommen, ist ja dann eben noch mal was anderes. So erkläre ich mir jetzt so ein bisschen die Zahl,

aber da gibt’s eben ganz interessante Zahlen auch bei Statistika.

Aber darf ich noch mal kurz was ganz anderes sagen, weil du weichst hier total vom Thema ab und das würde ich jetzt auch gerne machen, denn ich muss dir sagen, ich wurde vor ein paar Wochen

seit ganz ganz langem wieder angesprochen im realen Leben.

Das stimmt. Die Julia kam zum Friseur, also sie kam etwas zu spät. Aber das ist nicht so schlimm. Da konnte ich das mit dem Stefan mit der Frisur besprechen und

dann kommt sie auf einmal und dann haben der Stefan und ich so gefragt, h was ist denn vorgefallen? Und da ja, das ist das ist interessant.

Möchtest du meine Geschichte erzählen oder soll ich du ruhig. Ich wollte sie nur mal richtig einleiten. Du kannst das nicht so mit dem Einleiten, richtig. Du

bist ein Spannungsbogen, da bist du nicht unbedingt die stärkste drin. Ja, also kommt am Anfang und alle sind gelangweilt, ne? Interessant finde ich,

interessanter Sidef. Ich wurde vor dem Friseur angesprochen, nicht danach. Ja, also ich sah schon vor dem Friseur.

Also, es hat nicht an der Frisur gelegen.

Genau, es hat nicht an den Haaren gelegen, muss man sagen. Und das war so, ich bin mit dem Fahrrad zum Friseur in die Stadt gefahren und ich stand an der

Ampel und neben mir stand ein sehr netter, auch gut aussehender her an der Ampel und wir standen da und haben gewartet, bis es grün wird. Kurz haben

sich die Blicke getroffen. Kurzes Lächeln kann man ja machen, wenn man darauf wartet, dass die Ampel wieder grün wird, ne? Und weiter ging’s. Und dann habe ich nicht gemerkt, dass er mir

gefolgt ist. Vor allen Dingen kann es ja gut sein, dass man in die Innenstadt die gleiche Richtung fährt. Also hat mich gar nicht gewundert. Habe ich aber auch gar nicht gemerkt. Und dann kurz vor dem

Friseur fährt er mir hinterher, also ist mir die ganze Zeit hinterhergefahren und spricht mich an. Und zwar wirklich sehr sehr charmant und sehr angenehm. Ja, es

gibt ja verschiedene Möglichkeiten eine Frau anzusprechen. Das war sehr, sehr angenehm. Er hat gesagt, ähm, du bist mir eben schon ganz positiv einige

Ampeln vorher aufgefallen. Du hast

[gelächter]

eine sehr positive Ausstrahlung und ich wollte dich fragen, ob es die Möglichkeit gibt, dass wir uns kennenlernen und mal was essen oder

trinken gehen. Fand ich ganz normal, nichts keine fancy Anmache oder so, ganz normal und ich fand das total nett. Ich

habe ihm dann gesagt, dass ich verheiratet bin, äh dass ich das aber ganz toll finde, wie er das macht und ich ihn ermutigen möchte, genauso weiter

Frauen anzusprechen, weil ich aus meinem Freundeskreis weiß, dass ich Frauen genau das wünschen und das viel zu wenig passiert, weil viele Männer total

verunsichert sind und sich überhaupt nicht mehr trauen.

Kul, ich finde das ein sehr schönes, ein sehr charmantes Beispiel aus dem echten Leben. Sowas würden wir uns öfter wünschen. Me, klar, dazu gehört Mut,

aber ehrlich gesagt ähm würde ich die Männer da auch äh ermutigen, da mutiger zu sein, weil ähm selbst wenn dann die

Frau sagt oder die Dame sagt, okay, ich bin verheiratet oder ich habe kein Interesse oder so, ist doch nicht so schlimm. Also, würde ich jetzt mal so behaupten, also es ist vielleicht in dem

Moment blöd, aber trotzdem sollte man sich immer wieder sozusagen so ein bisschen in den Hintern treten und ähm vielleicht einfach ähm ja dazu

aufraffen, Frauen auf diese Art und Weise anzusprechen. Einfach genüber

gefreut und hoffe, dass meine Ermutigung angekommen ist, das genauso weiterzumachen. Ja, cool. Cool.

Das ist ein sehr schönes Beispiel. Jula, jetzt noch mal zu unserem eigentlichen Thema. Wie sieht denn für dich erstmal ein gesundes Kennenlernen aus, was eine

gute Basis darstellt, um in eine langfristige Beziehung zu starten?

Also, meiner Meinung nach erkennt man in der Kennenlernphase schon, ob das in eine gesunde, solide Beziehung läuft

oder nicht. Das merkt man schon beim Kennenlernen. Das ist meine Lebenserfahrung.

Ähm, für mich ist es wichtig, dass das Kennenlernen ziemlich langsam stattfindet. Das heißt, dass man immer wieder sich Tage auch nicht sieht. Das

heißt nicht, dass man nicht kommuniziert, mal telefoniert, mal was nettes schreibt, mal ein Bild schickt.

Das meine ich nicht, aber immer wieder auch in den Rückzug geht, nicht die Kommunikation dabei abbrechen lassen, aber um zu reflektieren, wie fühle ich

mich, wie habe ich mich bei unserem letzten Treffen gefühlt, einfach, dass man sich selbst reflektiert und merkt,

empfinde ich das als angenehm, tut derjenige mir gut oder nicht? Und das finde ich funktioniert beim langsamen Kennenlernen doch sehr sehr viel besser.

Und wie du weißt, du kennst mich jetzt ja schon einige Jahre und du hast schon einige Kennenlernphasen auch bei mir miterlebt.

Du weißt, dass ich besonders langsam bin. Ja. Und da gerne mal total nur beim Kennenlern musst du jetzt an der Stelle mal sagen. Du bist ja in vielen sehr langsamen.

Ja. Und meine Charaktereigenschaft. Mein zweiter Vorname ist Schnecke.

Macht mir aber auch gar nichts, ne? Ich habe keine Zeit mich zu beeilen, ne?

Mein Leben ist zu kurz, um mich zu beeilen. Ähm, tut mir leid.

Das ist übrigens, glaube ich, auch dein WhatsApp Status, ne? Ich habe Stimmt, ich habe keine Zeit mich zu beeilen oder irgendwie so.

Ja, ich lasse mich nicht so gern durchs Leben stressen. Ich bin einfach entspannt und ähm ja, wenn ich mit dir zum Flughafen rennen muss, weil wir sonst den Flug verpassen, das reicht mir

mehr Stress brauche ich in meinem Leben nicht. Das verstehe ich gut. Also, ich bin da charakterlich natürlich extrem anders. Ja, wie ihr euch vorstellen

könnt, ist bei ein Eigenzwillingen eben oft so. [schnauben] Wir sehen uns relativ ähnlich, sind aber von unseren Charakteren extrem unterschiedlich und

meine Kennenlernphasen sind nicht ganz so langsam wie Julias Kennenlernphasen abgelaufen, das muss ich ganz klar sagen. Aber ich bin ja auch generell in

anderen Dingen auch schneller. Ja, also ich bin sehr begeisterungsfähig, sei es jetzt beruflich, sei es privat, ne? Ich bin auch mal spontan und sag: „Hey,

komm, das machen wir.“ Was vielleicht auch ein bisschen unüberlegt ist. bin aber ganz bei dir, dass es sicherlich in einer Kennenlernphase sicherlich gut

ist, da etwas langsamer heranzugehen, um auch immer wieder die Möglichkeit zu haben, sich zu reflektieren. Ja, diese

Reflextionsphasen im Kennenlernprozess sind, denke ich, sehr richtig. Trotzdem sollte man seinem Naturell so, wie man eben ist natürlich treu bleiben, sollte

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sich nicht verstellen und hat natürlich auch im Leben dann schon so ein bisschen Erfahrung gemacht in unserem Alter zumindest. Das ist ja nicht die erste

Kennphase oder zweite Kenlernphase, sondern wahrscheinlich eher die dritte oder vierte. Und ähm da sammelt man ja dann doch Erfahrungen, die einem dann

auch ja so ein bisschen in der nächsten etwas anders verhalten lassen als in der davor. Und äh deshalb denke ich, kann

man in der Kennenlernphase schon extrem gut auch den Charakter eines jeden Menschen erkennen.

Und kann mir aber wirklich vorstellen, dass wenn du zu schnell in einer Kennenlernphase vorgehst, dass dann auch

ja das ein oder andere übergebügelt wird, sozusagen nicht wirklich gesehen wird, weil äh einfach ja, weil kein

Platz da ist und das wird dann natürlich später zum großen Problem. Das kann durchaus passieren. Trotzdem bin ich der Meinung, selbst bei einer langsamen Kennenlernphase, selbst wenn die

Wahrscheinlichkeit höher ist, kann du hast nie eine Garantie. Du hast nie eine Garantie. Und deshalb denke ich, kommen bei einer Kennenlernphase zwei

Individuen zusammen. Ja, das sind wieder zwei unterschiedliche Charaktere und Wesenskerne und beide bestimmen ja auch den Kennenlernprozess mit. Jeder mit

seinen Erfahrungen, jeder mit seinem Päckchen, dass er so mitbringt. Und ähm deshalb denke ich, gibt es da kein

richtig oder falsch, aber ich denke, man kann auf jeden Fall sagen, Jüer, dass man gut dabei beraten ist, sich in einer Kennenlernphase immer wieder Zeit zur Reflexion zu nehmen.

Genau, das wollte ich sagen.

Das ist wirklich extrem wichtig und das würde ich auch jeder Freundin raten, ne?

Wenn ich mit Freundinnen telefoniere und die sagen, es geht alles total schnell und wir fahren schon zusammen in Urlaub und die kennen sich gerade seit dre Wochen, ich würde es nicht machen

tatsächlich. Würdest du noch drei Wochen mit jemanden in dem Urlaub fahren, um zu sagen, da lernen wir uns mal richtig kennen, würdest du das machen? Also, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und

ich jetzt nicht direkt mit ihm irgendwie im Zimmer schlafen muss oder so, würde ich das machen. Ja, weil ich das weil ich das eine schöne Erfahrung finde und weil ich jung bin und wer weiß, wann ich

das mal wieder machen kann. Also ja, ich bin da sehr spontan, sehr flexibel. Ich ich habe die eine Stellung, du Julia, wir sind jetzt 40. Ähm wir haben jetzt

noch 40 richtig gute Jahre, dann sind wir 80. Ja, das sind jetzt noch 40 mal Weihnachten, 40 mal Sommer, äh 40 mal Geburtstag. Das ist nicht so viel.

Apropos, ich lese gerade das Buch 25, letzte Sommer, kann ich auch dir sehr empfehlen. Das da geht’s genau darum. Okay.

Und da geht’s um Entschleunigung, deswegen passt das so gut zu dem Thema.

Da geht’s nämlich darum, alles etwas bewusster und langsamer zu machen. Ja, wie die Kennenlernpfhase auch bin ich ganz bei dir. Gerade die ersten 40 Jahre

rauscht man ja so ein bisschen durchs Leben, weil man eben auch so ein bisschen unter Druck ist, weil man was erreichen will beruflich und privat und dann vergleicht man sich extrem viel und

denkt so: „Oh Gott, ich bin noch nicht da angekommen, wo ich will.“ Und ich finde, mit 40 kommt dann so erstmal so ein kleines, kein großes, aber so ein

kleines durchat durchatmen. Ja. und wirklich so diese Erkenntnis, okay, ganz so weiter durch mein Leben rauschen durchs nächste

Jahrzehnt, wie es vielleicht von 20 bis 30 war und von 30 bis 40 einfach einmal so wie so eine Achterbahnfahrt muss vielleicht nicht noch mal sein. Ich gehe

das ganze mal ein bisschen ruhiger und entspannter an und ein bisschen überlegter auch. Also, das ist ja das Schöne auch an unserem Alter. Wir sagen

ja nicht zu allem, ja klar, wir sind dabei, geil, sondern wir überlegen, warte mal, habe ich da Lust drauf, passen mir die Leute, passt das zu uns, ne? Will ich

mir Zeit dafür nehmen oder nicht? Also, man macht ja vieles sehr, sehr viel bewusster. Genau, das ist der Punkt.

gerade beruflich ist eigentlich ein anderes Thema, aber finde ich, passt jetzt gerade ganz gut dazu, weißt du, gerade von 20 bis 30, teilweise auch noch von 30 bis 40, musst du ja ganz

viel auch ja sagen und Dinge machen, einfach um erstmal präsent zu sein, um mitzuspielen, um dir einen gewissen Status zu erarbeiten. Wenn du den dann

hast, dann kannst du irgendwann sagen, das passt nicht so gut zu mir, das passt nicht so gut zu mir. Dann geht’s so ein bisschen eher an die Profilschärfung und du guckst wirklich, dass du auch öfter

mal nein sagst, weil das wird dann sehr viel wichtiger als die Jahs. Also, so ist es jetzt mittlerweile Gott sei Dank bei uns. Wir sagen tatsächlich öfter

nein beruflich als ja und ja, das fühlt sich gut an.

Das fühlt sich extrem gut an und weil weil wir haben einfach den Anspruch, das was wir machen, das muss sowas von zu uns und zu Meisetwins passen und wir

leben Miswins jetzt seit 20 Jahren und da kann nicht jetzt irgendwas dazu kommen, was gar nicht dazu passt. Ja, das ist mit einem Partner genauso, das ist aber beruflich auch genauso und das

ist halt deshalb möchte ich den Unterschied noch mal betonen, Jul. Es ist eben mit von 20 bis 30 und auch von 30 bis 40, wo man wirklich under Pressure ist, wo man sich wirklich was

erarbeiten muss, ist das einfach noch nicht so gegeben. Ja, und deshalb denke ich auch sieht eine Kennenlernphase auch ähm beim Dating, wenn man jemanden

kennenlernt, natürlich zwischen 20 und 30 und 30 und 40 anders aus als jetzt.

Wobei man natürlich sagen muss, deine Datingphasen waren immer ja bei dir nicht, bei dir nicht. Ich würde sagen, vielleicht gibt’s da einige Leute, die eben die Erfahrung gemacht haben, dass

sie vielleicht da zu schnell vorgegangen sind und ähm da irgendwie ja jung und äh ungebunden und sehr flexibel waren und

16 Minuten

sagen, ah, das mache ich jetzt nicht mehr unbedingt so, ne? Also, da kann man sich ja auch verändern. Da ist man ja nicht statisch von 20 bis 40 gleich. Du

warst immer da eher von der langsamen Partie, aber du bist ja bei generell allem sehr langsam. Ja, da stehe ich auch zu. Und ich liebe es langsam durchs Leben zu gehen. Ich liebe es.

Ja, raten ja auch viele, ne? äh wie heißt das? Slowy life und was es da nicht alles gibt. Die ne absolut, ne?

Umso älter wir werden, umso mehr merken wir, dass es wichtig ist bewusster durchs Leben zu gehen, damit die Zeit wirklich nicht einfach an dir vorbeirauscht. Es geht gar nicht um die

Wahrnehmung, die natürlich viel geschärfter ist, wenn du alles ruhiger und langsamer machst. Ich merke für mich tatsächlich, dass ich effizienter in der

Langsamkeit bin. Wenn ich versuche schnell zu sein. Du weißt was dann passiert.

Katastrophe. Dann schütte ich mir den Kaffee übert mir die Tasche runter. Dann überschlage ich mich beim Auto laaufen. Du weißt was

dann passiert. Das heißt, das Leben hat mir gezeigt, mach langsam oder es geht gar nicht und ähm ja, das läuft bei mir langsam gut. Ja, also bei dir

funktioniert wirklich schnell gar nicht gar nichts. Mein Mann sagt immer, niemand steigt so langsam aus dem Auto aus wie du. Und wenn wir

irgendwohinfahren, sagt er mir 5 Minuten vorher Bescheid. Du, wir kommen jetzt gleich an. Mach dich schon mal bereit. Wir steigen in 5 Minuten aus.

[gelächter]

Das ist schon ein bisschen, das ist jetzt ein bisschen peinlich. Ja, ich glaube das kennen einige Frauen. Ich kenne das auch, ne? Man hat dann so seine Taschen und hat sich dann so ein bisschen ausgebreitet auf einer längeren

Fahrt und dann überlegt man erstmal, ach jetzt haben wir geparkt, jetzt überlege ich mir, was nehme ich denn jetzt mit?

Ach nee, nicht die große Tasche, ich nehme jetzt die, verstehst du? Mein Mann ist echt geil.

Wir kommen an und der steigt aus und Tür zu. Das gibt’s bei mir nicht, ne?

Da muss ich erstmal die Tasche und den Schlüssel und die Getränke und den Müll und erstmal gucken, wo bin ich überhaupt. Also, das ist was anderes.

Aber es ist auch ein Luxus, Jü für all diese Dinge überhaupt Zeit nehmen zu können, ne? Also ich glaube, wenn jetzt einige Mamas zuschauen, die denken sich glaube ich gerade so kriegt man Kind, da

ist nichts mehr mit langsam, da muss es zack Zack zackack, ja? Sonst funktioniert gar nichts mehr. Ja, also ist natürlich auch ein Luxus, dass wir da einfach so rumdatteln können, wie wir manchmal können. Können wir ja auch

nicht immer, aber manchmal können wir das und machen es dann auch. Aber wie gesagt, ich muss es auch, sonst geht bei mir alles schief.

Ja. Ja, das kann ich durchaus bestätigen. Aber Jula, was ist denn für eine gesunde Kennenlernphase, für eine langfristige Beziehung noch wichtig, außer langsam zu sein und sich Zeit

nehmen zum Reflektieren? Was ist noch wichtig, dass man wirklich schaut, mit wem habe ich es hier zu tun? dass man sich sehr echt und authentisch zeigt und sich über

die Zeit des langsamen Kennenlerns auch genau anschaut, mit wem habe ich es zu tun, dass man sich selbst eventuell dabei ertappt, wenn man in die

Projektion geht, wenn man zu sehr in das Wunschdenken geht, sondern dass man sich wirklich anschaut, mit wem habe ich es hier gerade zu tun. Okay. Und wie mache ich das am besten?

Also, indem man alles verlangsamt, nichts überstürzt. Das hatten wir das mit dem Verlangsamen.

Genau. Also, ich denke, es ist wichtig zu sehen, stimmen, Wort und Tat überein. Ja.

ir schön redet sagt das macht aber was ganz anderes. Dann ganz wichtig die Kommunikation

19 Minuten

wirklich gute stetige Kommunikation haben.

Dieses drei Wörter schreiben, was ich ja heute oft mitbekomme, ne? Weil man so im Stress ist, dass man die Wörter dann so abkürzt und dann das finde ich respektlos. Also da bin ich leider zu

alt für, als dass ich das gut finde, wenn ich solche Nachrichten bekomme.

Also, man muss nicht schreiben: „Hey, wie war dein we? Ich find es nett, wenn man mir schreibt: „Hey, wie war dein Wochenende? finde ich die Zeit muss drin sein, anstatt wir weochenende zu

schreiben. Es gibt ja eh die Worterkennung, ne? Also, das muss eigentlich drin sein. Das sind so Kleinigkeiten und so Respektsachen, die mir da bin ich leider spießig, ich bin

ja generell manchmal leider spießig, kann man auch nicht ändern. Die sind mir wichtig. Das kann ich total sehr gut verstehen. Was auch wichtig ist in

meinen Augen für eine gesunde Kennenlernphase, ist wie fühle ich mich in der Kennenlernphase? Ja, bin ich angestrengt? Bin ich aufgeregt? Bin ich

gestresst? Ja, oder bin ich total relaxed? Bin ich total relaxed, wenn ich selber mal einen halben Tag oder ein ganzen Tag oder vielleicht sogar zwei

Tage nicht schreibe und weiß, ach, wir hören uns eh wieder ganz entspannt. Bin ich entspannt, wenn der Herr in der Kennenlernphase auch mal irgendwie drei

Tage nicht schreibt und da ist so dieses Gefühl, wir hören uns wieder oder so, diese Gewissheit, ich weiß, dass wir uns wiederhören. Das ist eine wichtige

Basis. Lässt der andere mich in der Sicherheit oder spiegelt er und sendet mir maximale Unsicherheit die ganze Zeit? Das ist wichtig, das ist ein Grundgefühl.

Das ist für mich mit das allerwichtigste in einer Kennenlernphase zu schauen, wie reagiert mein Nervensystem auf diese

neue Situation, auf diesen neuen Menschen. Entspannt er mich eher oder stresst es mich eher, ne? Habe ich Angst, dass der Kontakt abbricht oder

habe ich Angst, dass er mich morgen gostet?

Oder habe ich Angst, dass er mir was blödes schreibt? Ja, gibt’s ja alles.

Also, da gibt’s ja Sachen. Ist ja unglaublich, was ich da schon gehört habe. Ja, also das muss ich äh ganz klar sagen, das war für mich immer ein ganz

wichtiges Indiz, ähm zu schauen, wie fühlt sich mein Nervensystem und das ist unser Unterbewusstsein und unsere Intuition, die da auch mit uns

kommuniziert. Und das ist für mich mit nach der Langsamkeit ähm nach der Reflextionszeit äh das Wichtigste an

einer gesunden Kennenlernphase tatsächlich. Genau.

Wie fühle ich mich dabei? Und dann natürlich auch im nächsten Step, wenn wir uns dann sehen, wenn wir

telefonieren, wie fühle ich mich mit der Version und es gibt von uns allen unterschiedliche Versionen, wie fühle

ich mich mit der Version, die ich dann mit ihm zusammen bin? Finde ich holt jemand die gute Seite aus mir raus oder holt jemand den Devil aus mir raus, ne?

So ist es.

Du holst manchmal den Devil aus mir raus. Das kann ich sagen. Ja, also niemand, das kann ich euch mal sagen. Ich bin eigentlich ein ruhiger,

langsamer, entspannter Mensch. Niemand bringt mich so zum Ausrasten, wie sie weiß genau, welche Knöpfe sie drücken muss.

Ja, aber Jule, das ist doch total normalz, also glaubst du nicht, dass das auf Gegenseitigkeit beruht? Ja, vielleicht, aber viel weniger.

Ich denke doch. Ich denke doch. Also, ich weiß nicht, ob dein Mann das auch so sehen würde, dass er immer sagen würde, ach, du bist zu tiefen entspannt und dich kann nichts aus der Ruhe bringen.

Das glaube ich ehrlich gesagt nicht.

Aber du, es ist in zwischenmenschlichen Beziehungen, wir sind jetzt seit über 40 Jahren zusammen, hören und jeden Tag.

Ja, ich meine, auch mal Ärger, da gibt’s auch mal richtig Ärger, tendenziell sogar mit dem Eltern werden etwas mehr Ärger. Ja, aber gerade sind wir auch so bisschen wieder in so einer

Phase, dass wir wieder noch mehr unsere Individualität leben möchten, weil bei mir jetzt einfach auch eine Beziehung dazu gekommen ist. Das ändert ja unsere

Beziehung auch noch mal, weil ich einfach auch nicht mehr so viel Zeit dann habe, mich nach dir zu richten, sondern bist überhaupt nicht traurig.

Das weiß ich, Jula, du freust dich für mich und das finde ich auch toll. Aber trotzdem ist es eine Umstellung für uns wieder in unserer Beziehung, dass wir jetzt nicht mehr, sage ich mal, zu dritt

sind mehr oder weniger, sondern zu viert, ja, alleine in der Planung, in der Organisation mit allem. Das muss ich gerade so ein bisschen finden. Da knirscht es hier und da mal gewaltig,

aber ich bin mir sicher, in einem Jahr können wir drüber lachen.

Absolut. Also ihr Lieben, wir haben jetzt schon wieder über 20 Minuten und wir wünschen euch alles Gute für eure

Kennenlernphase, wenn ihr noch nicht in einer richtig schönen gesunden Beziehung seid. Das wäre natürlich das Schönste, wenn ihr das wollt. Es gibt übrigens wieder, das muss ich auch noch mal ganz

kurz erwähnen, natürlich auch viele andere Lebensmodelle, die auch sehr schön sind. Man muss auch nicht unbedingt in einer Beziehung sein. Also, da gibt’s gerade so ein Trend bei

Instagram, den finde ich so witzig, dass Freundinnen so eine Art Beziehung haben und eine WG machen und wirklich ihr Leben planen, wie als wären sie ein Paar. Also, sie sind kein Paar, sondern

ist einfach eine richtig enge Freundschaft, weil was unterscheidet eine Freundschaft zwischen der Beziehung? Es ist eben das körperliche und die Sexualität, aber sonst kann man eben auch eine gute Beziehung haben und

das es gibt viele verschiedene Lebensmodelle, ja, aber trotzdem die den Wunsch haben und ich glaube, das sind die allermeisten in einer gesunden,

stabilen, schönen, harmonischen Liebesbeziehung zu leben, den wünschen wir eine richtig schöne, etwas

langsamere, mit viel Zeit zum Reflektieren, gesunde Kennenlernphase und dann eine richtig schöne Beziehung,

würde ich sagen, Julia. Und dann verabschieden wir uns schon oder magst du das mal machen, ihr Lieben, es war schön. Das war ausnahmsweise mal mein

Thema. Deswegen sind wir auch völlig vom Thema abgewichen, aber das macht gar nichts. Ich finde, das war schön. Ich fand es auch schön mit dir.

Sehr gut. Da sind wir uns einig.

Macht’s gut, ihr Lieben. Tschüss.